MODUL 2
Musik- und Bewegungsmethoden

Leitlinien und Beispiele für Aktivitäten mit Musik- und Bewegungsmethoden
Wenn du Musik und Bewegung in der nichtformalen Bildung einsetzt – nicht nur als künstlerische Praktiken, sondern als Hilfsmittel zur sozialen Inklusion, kognitiven Entwicklung und emotionalen Ausdrucksfähigkeit –, kann die Beachtung dieser Leitlinien dazu beitragen, den Erfolg der Aktivitäten und das Erreichen der Bildungsziele sowie die Zufriedenheit der Teilnehmenden sicherzustellen. Hier sind einige wichtige Punkte, die es zu beachten gilt:

1.
Passe die Aktivität an deine eigenen Bedürfnisse und deinen Kontext an
Berücksichtige bei der Planung der Aktivität stets die spezifischen Bedürfnisse deiner Zielgruppe. Passe das Thema und den Schwierigkeitsgrad entsprechend an, wobei du die Zahl der Teilnehmenden berücksichtigst, und bereite den Raum und die Materialien auf die Gruppe zugeschnitten vor. Wenn du mit einer Gruppe arbeitest, die du noch nicht kennst, kann dir ein Anmeldeformular mit gezielten Fragen helfen, ihre Interessen, Bedürfnisse und Hintergründe besser zu verstehen, sodass du die Aktivität effektiver auf sie abstimmen kannst.
2.
Vorbereitung ist wichtig
Die Vorbereitung der Teilnehmenden vor der Aktivität ist entscheidend, um eine sichere und ansprechende Erfahrung zu schaffen. Achte darauf, Stimmübungen, Entspannungstechniken, Body-Scan- oder Grounding-Übungen oder auch einfache Gehübungen einzubauen, damit sich die Teilnehmenden in die Aktivität einfinden und eine Verbindung zu ihrer Stimme, ihren Klängen und ihrem Körper aufbauen können. Gib klare, aber einfache Anweisungen und gehe mit gutem Beispiel voran, um zur Teilnahme zu motivieren.
Wenn du mit Gruppen arbeitest, in denen sich die Teilnehmenden noch nicht kennen, solltest du unbedingt Namensspiele, Eisbrecher und Energizer einbauen. Diese Elemente helfen dabei, Barrieren abzubauen, die Entspannung zu fördern und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden sowie ihre Verbindung zu anderen zu stärken.
3.
Auf sich selbst und andere achten
Ermutige die Teilnehmenden, auf ihre eigenen Bedürfnisse zu hören und sich frei zu fühlen, eine Übung abzubrechen oder sie bei Bedarf anzupassen. Betone, wie wichtig Selbstfürsorge und der Respekt vor den Grenzen anderer sind. Wenn Aktivitäten intensive Interaktionen beinhalten – wie anhaltenden Augenkontakt, körperliche Nähe oder Berührungen –, ist es unerlässlich, das Thema Einverständnis anzusprechen, besonders in Gruppen, in denen sich die Teilnehmenden nicht gut kennen oder mit solchen Praktiken nicht vertraut sind. Ergänze die Diskussion über Einwilligung durch nonverbale Übungen, in denen die Teilnehmenden das Geben und Empfangen von Einwilligung üben können. Das hilft, das Konzept auf greifbare, zugängliche Weise zu verinnerlichen, und fördert ein respektvolles und unterstützendes Umfeld.
4.
Einen „mutigen“ Raum schaffen
Die Arbeit mit der eigenen Stimme, mit Musikinstrumenten oder dem Körper kann Unsicherheiten und sogar Schamgefühle hervorrufen. Deshalb ist es sehr wichtig, einen sicheren und mutigen Raum für die Teilnehmenden zu schaffen. Erinnere sie daran, dass es kein Richtig oder Falsch gibt, dass es bei dieser kreativen Reise darum geht, gemeinsam zu entdecken und Spaß zu haben, dass dies kein Wettbewerb ist und dass es keine Noten gibt. Jede Stimme und jeder Körper ist auf seine eigene Weise schön und es geht nicht darum, perfekt oder Profi zu sein. Ungeschulte Musiker und Tänzer können sogar die Vorzüge des natürlichen, ungeübten Musizierens und Bewegens nutzen und so leichter zu ihren authentischen Klängen und Bewegungen finden.
5. Technische und materielle Anforderungen
Bei der Vorbereitung eines Raums für Tanz- und Bewegungsaktivitäten müssen mehrere technische Aspekte sorgfältig bedacht werden, um Sicherheit, Komfort und eine effektive Durchführung zu gewährleisten.
Zunächst sollte die Größe des Raums den Teilnehmenden entsprechen und eine offene Fläche ohne Hindernisse bieten, um sichere und uneingeschränkte Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Die Deckenhöhe des Raums sollte mindestens 3 bis 3,5 Meter betragen, damit sich die Teilnehmenden uneingeschränkt bewegen können.
Achte auf ausreichende Beleuchtung, egal ob natürlich oder künstlich, damit der Raum gut ausgeleuchtet ist. Falls vorhanden, können Spiegel ein hilfreiches Hilfsmittel für Körperwahrnehmung und Technik sein.
- Der Bodenbelag ist entscheidend – er sollte aus einem Material bestehen, das Stöße dämpft, um Verletzungen vorzubeugen. Verwende idealerweise Marley (einen Tanzboden aus Vinyl) oder Hartholz, da beide eine gute Balance zwischen Halt und Rutschfestigkeit bieten. Vermeide Oberflächen wie Fliesen, die kalt, hart und rutschig sein können und das Risiko von Beschwerden oder Unfällen erhöhen. Für Teilnehmende, die sich im Rollstuhl fortbewegen, ist Teppichboden nicht ideal, da er einen erhöhten Rollwiderstand bietet und die Räder in die Fasern einsinken können, besonders bei dickeren Teppichen. Um die Manövrierfähigkeit des Rollstuhls auf Teppichboden zu verbessern, solltest du einen kurzflorigen, dicht gewebten Teppich mit fester Rückseite in Betracht ziehen.
- Die Verwendung einer hochwertigen Musikanlage ist unerlässlich; idealerweise zwei Lautsprecher, die über dem Boden angebracht sind, um einen ausgewogenen Klang zu erzielen. Ziehe Schallschutzmaßnahmen in Betracht, besonders wenn du dir den Raum mit Nachbarn teilst, um Störungen zu vermeiden.

Marley Tanzboden, Quelle: https://dancerents.com/what-is-a-marley-dance-floor/
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Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
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The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).
