Die Arbeit mit bestimmten GruppenWorauf bei der Moderation geachtet werden sollte
Junge Menschen mit Behinderungen

Junge Menschen mit Behinderungen bilden eine sehr vielfältige Gruppe, und ihre Bedürfnisse können je nach Art der Behinderung – körperlich, sensorisch, geistig, kognitiv, psychosozial oder unsichtbar – stark variieren. Aus diesem Grund sind Vorbereitung und Flexibilität sehr wichtig. Außerdem sollte man nicht davon ausgehen, was jemand kann oder nicht kann, und Bedingungen schaffen, unter denen alle Teilnehmenden gleichberechtigten Zugang zur Aktivität haben. (CAST, 2018)
- Gib klare, einfache Anweisungen und zeig es, wann immer möglich
- Stell klare Anweisungen in verschiedenen Formaten bereit (mündlich, visuell, schriftlich)
- Sorg dafür, dass mindestens zwei Moderator*innen (oder mehr, je nach Gruppe) da sind, falls manche Teilnehmende zusätzliche Unterstützung brauchen.
- Passe den Schwierigkeitsgrad der Aktivität an die Bedürfnisse der Gruppe an, ohne die Fähigkeiten einzelner Personen im Voraus zu vermuten (stütze deine Anpassungen auf ad hoc-Beobachtungen statt auf Vorurteile)
- Biete Alternativen für Bewegungs- oder feinmotorische Aktivitäten an
- Passe das Tempo an, da manche Teilnehmende möglicherweise mehr Zeit benötigen, um Aufgaben zu erledigen
- Teile Aufgaben in kleinere Schritte auf und vermeide lange Erklärungen
- Achte auf sensorische Überreizung (Beleuchtung, Lärm, Berührungen)
- Ermutige zur Zusammenarbeit, setze die Teilnehmenden aber nicht unter Druck, Kontakte zu knüpfen
- Vermeide es, stattdessen mit Betreuern oder Begleitpersonen zu sprechen, anstatt den Jugendlichen direkt anzusprechen
- Fördere die Selbstbestimmung: Frag die Teilnehmenden, wie sie am liebsten mitmachen möchten, anstatt für sie zu entscheiden
- Ziehe gegebenenfalls den Einsatz von assistiver Technologie in Betracht.
- Sorge dafür, dass es einen „ruhigen Ort/Raum“ gibt, an den sich die Teilnehmenden zurückziehen können, falls sie sich überfordert fühlen.
Junge Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund

Zu dieser Gruppe der Teilnehmenden gehören neu angekommene Migrant*innen, Geflüchtete, Asylsuchende, unbegleitete minderjährige Geflüchtete und junge Menschen der zweiten oder dritten Generation. Sie sind möglicherweise mit Sprachbarrieren, kulturellen Unterschieden oder Traumata konfrontiert, die mit Vertreibung, Krieg, Familientrennung, Gewalt, Unsicherheit über die Zukunft sowie Diskriminierung und Rassismus zusammenhängen. Die Teilnehmenden stehen möglicherweise vor Herausforderungen wie unsicheren Wohnverhältnissen, eingeschränkten Verkehrsverbindungen, unregelmäßigen Zeitplänen oder Terminen bei Behörden, die die Teilnahme erschweren.
Um sie zu unterstützen, solltest du auf Folgendes achten:
- Verwende eine einfache, klare Sprache und vermeide Metaphern oder kulturspezifische Ausdrücke
- Unterstütze die gesprochene Sprache mit visuellen Hilfsmitteln, Gesten und Vorführungen
- Sei dir bewusst, dass sich Normen in Bezug auf Geschlechterrollen, Körperkontakt, Augenkontakt oder den Ausdruck von Emotionen unterscheiden können
- Gehe sensibel mit Themen um, die schmerzhafte Erinnerungen wecken könnten (Krieg, Migration, Familientrennung, Heimat, Verlust, Grenzen)
- Biete bei jeder Aktivität Wahlmöglichkeiten an – erzwinge niemals körperliche Nähe, Rollenspiele oder das Teilen persönlicher Erfahrungen
- Vermeide Aktivitäten, die kulturelle Stereotypen verstärken könnten
- Fördere den Ausdruck in mehreren Sprachen sowie den kulturellen Austausch
- Sei geduldig; Vertrauen aufzubauen kann Zeit brauchen, besonders bei gerade erst angekommenen Jugendlichen
- Vermeide Aktivitäten, bei denen die Augen verbunden werden oder man sich in einem dunklen Raum aufhält, ohne dich vorher gut vorzubereiten oder die Teilnehmenden zu fragen
Junge Menschen aus ländlichen Gebieten

Junge Menschen, die in ländlichen Gebieten leben, sind oft mit einer anderen Art von Benachteiligung konfrontiert: soziale Isolation, fehlende Infrastruktur, begrenzte kulturelle Angebote, unzuverlässiger Zugang zum Internet und weniger Jugendprogramme. Kreativ-Workshops kommen ihnen vielleicht ungewohnt oder einschüchternd vor, und ihre Teilnahme könnte durch fehlende Anbindungen an den öffentlichen Nahverkehr, strenge gesellschaftliche Normen und wenig Kontakt mit Kunst eingeschränkt sein. Du solltest:
- Führe künstlerische Methoden schrittweise ein und erkläre ihren Zweck
- Konzentriere dich auf Spiel, Entdeckung und den Prozess
- Verwende kostengünstige, leicht zugängliche Materialien
- Vermeide Aktivitäten, die stark auf Technologie angewiesen sind, es sei denn, es werden Alternativen angeboten
- Fördere Kreativität durch Fundstücke, Aktivitäten in der Natur oder Upcycling
- Datenschutz ist besonders wichtig – die Vertraulichkeit muss klar sein
- Es kann unangenehm sein, sensible Themen (psychische Gesundheit, Identität, Vielfalt) offen zu besprechen
- Sei dir bewusst, dass möglicherweise ein geringes Selbstwertgefühl oder die Angst vor „nicht kreativ genug zu sein“ bestehen könnte
- Gib Raum dafür, dass sich lokale Identitäten, Traditionen oder Ausdrucksweisen organisch entwickeln können
MODUL 2
Musik und Bewegung
Einführung in musikbasierte Methoden
Einführung in bewegungsbasierte Methoden
Warum Musik- und Bewegungsmethoden für junge Menschen mit geringeren Chancen geeignet sind
Musik und Bewegung zur Förderung von Inklusion
Leitlinien und Beispiele für Aktivitäten mit Musik- und Bewegungsmethoden
Aktivitäten
MODUL 3
Bildende Kunst

Kontakt
Iuliana Adriana PAVEL (Projektmanagerin)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Kulturhaus Antim Ivireanu, Aleea Islaz, Ghermănești, Snagov, Kreis Ilfov, Rumänien, 077170
Von der Europäischen Union kofinanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autor:innen und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union oder der ANPCDEFP wider. Weder die Europäische Union noch die ANPCDEFP können dafür verantwortlich gemacht werden.
Das Projekt wird von folgenden Organisationen durchgeführt: A4ACTION (Rumänien) – Koordinator, Udruga Delta (Kroatien), InterAktion (Österreich), Asociación Espacio Rojo (Spanien) und GAIA Museum Outsider Art (Dänemark).


