Photovoice

Diese Methode bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, Fotos als visuelle Darstellungen persönlicher oder gemeinschaftlicher Anliegen und Bedürfnisse zu erstellen. Die Präsentation der Fotos und ihrer Bedeutung in Gruppendiskussionen befähigt sie, über persönliche und gemeinschaftliche Stärken nachzudenken, einen kritischen Dialog zu führen und Wissen über persönliche und gemeinschaftliche Themen auszutauschen.

Den Teilnehmenden werden Kameras zur Verfügung gestellt (oder sie können ihre Handys oder Smartphones nutzen), um Fotos zu machen, wodurch sie ihre Bedürfnisse und Anliegen durch fotografische Bilder festhalten und reflektieren können. Die Fotodiskussion ermöglicht es den Teilnehmenden, die Fotos, die sie für jede Fotoaufgabe gemacht haben, zu teilen und zu besprechen und einen kritischen Dialog über persönliche oder gemeinschaftliche Stärken, Anliegen und Bedürfnisse zu fördern. Die Teilnehmenden präsentieren ihre Fotos im Rahmen einer moderierten Diskussion.[1]

THEMA

Persönliche und gesellschaftliche Bedürfnisse

SCHWIERIGKEIT

Mittel
Fortgeschritten

GRUPPENGRÖßE

15

Teilnehmende

ALTER

15+

DAUER

120

Min.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Einführung (15 Min.): Führe die Teilnehmenden zunächst durch eine kurze Visualisierungsübung, die sich auf die zu ermittelnden Bedürfnisse bezieht.

Zum Beispiel: „Setzt euch bequem hin. Wenn ihr euch wohlfühlt, schließt die Augen. Konzentriert euch auf eure Atmung. Nehmt wahr, wie die Luft in euren Körper ein- und ausströmt – beobachtet einfach den Atem.

Nun lade ich euch ein, euch eine Wohngegend vorzustellen, in der ihr gerne leben würdet – eure ideale Wohngegend. Stellt euch vor, ihr spaziert durch sie hindurch. Beobachtet, was um euch herum geschieht. Welche Geräusche hört ihr? Welche Gerüche nehmt ihr wahr? Was seht ihr?

Wie sind die Menschen in dieser Wohngegend? Was tun sie? Wie fühlen sie sich?

Haltet nun einen Moment inne und achtet darauf, wie ihr euch in dieser Wohngegend fühlt.

Ich lade euch ein, euch sanft von eurer idealen Nachbarschaft zu verabschieden und eure Aufmerksamkeit wieder auf euren Atem zu richten. Wenn ihr bereit seid, öffnet eure Augen.”

  • Nach der Visualisierung bitte die Teilnehmenden, individuell darüber nachzudenken: 
    • Wie unterscheidet sich Ihr ideales Viertel von dem, in dem Sie derzeit leben?
    • Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
    • Was müsste sich ändern, damit Ihr derzeitiges Viertel ein besserer Ort zum Leben wird?
    • Welche Probleme oder unerfüllten Bedürfnisse in der Gemeinschaft sollten angegangen werden?
  • Jede*r Teilnehmende wählt ein bis drei Fotos aus (je nach der für die Diskussion vorgesehenen Zeit und/oder der Teilnehmerzahl), die er der Gruppe präsentieren möchte, und schickt sie an den*die Moderator*in.

2. Fotografieren in der lokalen Gemeinschaft (45 Min.): Die Teilnehmenden begeben sich in die Gemeinschaft, um Fotos zum vorgegebenen Thema zu machen, und senden ihre ausgewählten Fotos an den*die Moderator*in. Der*die Moderator*in lädt die Fotos auf eine Online-Plattform (z. B. Padlet) hoch und versieht jedes Foto mit dem Namen des Autors. Von jeder Teilnehmenden wird erwartet, dass sie ein bis drei Fotos an den*die Moderator*in schickt oder sie direkt auf der Plattform veröffentlicht.

3. Reflexion und Kommentieren der Fotos (45 Min.): Teilnehmende, deren Fotos gezeigt werden, teilen ihre Assoziationen und Interpretationen des Bildes mit. Andere werden dazu ermutigt, über das Gesagte nachzudenken und darauf zu reagieren, um die Diskussion und ein tieferes Verständnis zu fördern.

  • Wenn es die Zeit erlaubt und Interesse besteht, kann die Gruppe mögliche nächste Schritte erörtern, um bestimmte Probleme anzugehen, die in den Fotos identifiziert wurden.

4. Reflexion und Bewertung (15 Min.): Die folgenden Fragen können gestellt werden:

  • Was hat dir an dieser Aktivität gefallen?
  • Gab es etwas, das dir nicht gefallen hat oder das du gerne anders gemacht hättest?
  • Wie hast du dich während der Übungen gefühlt?
  • Hast du etwas Neues über dich selbst, andere und deine Gemeinschaft gelernt?

Moderationstipps:

  • Wenn du Fotos für die Gruppe präsentierst, zeige am besten jeweils nur ein Foto, damit alle wissen, welches Bild gerade besprochen wird.
  • Erinnere die Teilnehmenden daran, dass sie eine fotografierte Szene wörtlich oder als Metapher verwenden können.
  • Achte darauf, dass die Umgebung eine offene Diskussion ermöglicht und die Teilnehmenden sich sicher fühlen, ihre Gedanken zu äußern.

Varianten und Anpassungen:

  • Diese Aktivität kann auch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, sodass die Jugendlichen über mehrere Tage hinweg Fotos sammeln können – zum Beispiel von Gegenständen aus ihrem Alltag oder von ihrem Schulweg.
  • Bei entsprechendem Interesse können die gesammelten Fotos in einer Ausstellung in der Gemeinde präsentiert werden, um das Bewusstsein für ein bestimmtes Thema zu schärfen.

Disclaimer:

  • Man sollte unbedingt beachten, dass eine Einwilligung erforderlich ist, wenn Personen aus der örtlichen Gemeinde in Nahaufnahme fotografiert werden.
  • Achte darauf, dass sich die Teilnehmenden sicher durch die Nachbarschaft bewegen, und erinnern sie daran, auf den Verkehr zu achten und an gefährlichen Stellen vorsichtig zu sein.

[1] (14) Hergenrather, K., Rhodes, S. and Pula, S. (2009). Photovoice as Community-Based Participatory Research: A  Qualitative Review. American Journal of Health Behaviour.

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Contact

Iuliana Adriana PAVEL (project manager)

iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170


Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.


The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).

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