Traditionsremix

Die Teilnehmenden beschäftigen sich gemeinsam mit traditioneller Musik und Tanz aus ihren Regionen und entwickeln gemeinsam neue Ausdrucksformen, die von diesen Traditionen inspiriert sind. Diese Methode nutzt Tanz, Musik und Songwriting, um den interkulturellen Dialog, Kreativität und Toleranz zu fördern. Indem sie verschiedene traditionelle Lieder und Tänze sowohl würdigt als auch hinterfragt, zielt sie darauf ab, eine Verbindung zum kulturellen Erbe herzustellen und einen Dialog zwischen Tradition und zeitgenössischen Themen sowie gesellschaftlichen Fragen zu eröffnen.

THEMA

Interkultureller Dialog, Tradition, Inklusion und Vielfalt

SCHWIERIGKEIT

Fortgeschritten

GRUPPENGRÖßE

15-20

Teilnehmende

ALTER

15+

DAUER

110

Min.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Einführung (5 Min.): Erkläre den Zweck der Aktivität (kultureller Austausch, Selbstdarstellung, Schaffung „neuer Traditionen“ durch das Neuarrangieren traditioneller Tänze und Lieder).

2. Eisbrecher (15 Min.): Zu Beginn stellen sich die Teilnehmenden in einem Kreis auf und werfen sich gegenseitig einen Ball zu. In der ersten Runde muss derjenige, der den Ball bekommt, ein Wort sagen, das die Frage „Was bedeutet Tradition für dich?“ beantwortet. Wenn du mit einer Gruppe arbeitest, deren Mitglieder sich nicht kennen, baue vorher ein Namensspiel ein.

3. Traditionelle Musik und Tänze (35 Min.): Die Teilnehmenden werden gebeten, über die traditionelle Musik und/oder Tänze ihres Landes oder ihrer Region nachzudenken. Wenn einige Teilnehmende ein Lied oder ein paar Schritte kennen, können sie den anderen einfache Schritte oder Melodien beibringen. Wenn nicht, können sie online recherchieren und ein Video finden, das ihre Tradition repräsentiert, um es mit den anderen zu teilen. Die Gruppe schaut sich dann gemeinsam ein paar Videos an und reflektiert über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Volksmusik und -tänze, die sie gesehen hat. Sie soll die Merkmale traditioneller und volkstümlicher Ausdrucksformen benennen, welche Themen sie darstellen, wie das Leben der Menschen zur Entstehungszeit im Vergleich zu heute aussah und wie sie dazu steht. Die Gruppe wird dann in zwei Gruppen aufgeteilt – eine Gruppe wählt ein Lied aus einem beliebigen kulturellen Hintergrund, den sie sich angesehen hat, und die andere Gruppe wählt einen Tanz. Sie haben 15–20 Minuten Zeit, um ein paar Strophen/Schritte einzustudieren.

4. Neue Tradition (40 Min.): Nun erhalten die Teilnehmenden die Aufgabe, die Strophen und Schritte, die sie gelernt und einstudiert haben, zu nutzen, um ein abgewandeltes Lied oder einen Tanz zu kreieren, der den traditionellen Tänzen und Liedern ähnelt, aber durch jede Art von kreativem Ausdruck verändert werden kann. Zum Beispiel können sie Materialien aus verschiedenen Regionen mischen, neue Motive, Worte oder Schritte hinzufügen, die aus zeitgenössischen Tänzen oder Themen stammen könnten. Sie können das Thema des Liedes auf neue Weise ausdrücken, indem sie den Text und die Tanzbewegungen zeitgemäß abwandeln. Jede Gruppe sollte ihr neu geschaffenes Material ein paar Mal üben und dabei darauf achten, eine einheitliche Choreografie und ein gemeinsames Tempo zu finden. Sie können die Sequenz ein paar Mal in einer „Schleife“ wiederholen und ein Ende hinzufügen. Die Gruppen zeigen sich dann gegenseitig ihr kurzes Lied und ihre Choreografie. Am Ende kann die ganze Gruppe versuchen, es gemeinsam zu machen und das Lied und den Tanz zu einer einzigen Darbietung zu verschmelzen.

5. Reflexion und Auswertung (15 Min.): Die Teilnehmenden setzen sich im Kreis zusammen und tauschen Gedanken über die gemeinsame Erfahrung aus.

Fragen zur Reflexion:

  • Wie hat euch die Übung gefallen?
  • War es schwierig, ein traditionelles Lied/einen traditionellen Tanz zu lernen und abzuwandeln?
  • Was war der interessanteste Teil?
  • Hat sich eure Sicht auf „Tradition“ in irgendeiner Weise verändert?

Beobachte zur Auswertung das Engagement und die Stimmung der Teilnehmenden, wie sie auf die Aufgabe reagieren und wie sie in den Gruppen zusammenarbeiten. Sammle Feedback mündlich, über eine kurze Umfrage oder mithilfe von Assoziationskarten.

Moderationstipps:

  • Schaffe eine einladende und vorurteilsfreie Atmosphäre.
  • Sorge dafür, dass sich die Teilnehmenden wohlfühlen und sich frei äußern können.
  • Biete Teilnehmenden, die mit der Aufgabe Schwierigkeiten haben, zusätzliche Unterstützung an.

Varianten und Anpassungen:

  • Diese Aktivität lässt sich für die Diskussion verschiedener Themen und gesellschaftlicher Fragen anpassen. Das geht, indem man das Thema des traditionellen Liedes, das verändert wird, oder die Tanzbewegungen, die unterschiedliche Botschaften vermitteln, ändert. Zum Beispiel kann der*die Moderator*in im Voraus einige Begriffe vorbereiten wie: Demokratie, Klimawandel, (Un-)Gleichheit der Geschlechter, Solidarität, Frieden und so weiter, und die Gruppe wählt einen davon als Thema für ihren Remix des traditionellen Tanzes/Liedes aus.
  • Wenn die Zeit nicht ausreicht oder die Gruppe kleiner ist, kann sich die Methode auf nur ein Lied oder einen Tanz konzentrieren.
  • Wenn mehr Zeit zur Verfügung steht und die Gruppendiskussion fruchtbar verläuft, können tiefgreifendere Fragen zu Tradition, Identität und Kultur aufgeworfen werden.
  • Wenn die Gruppe über einen längeren Zeitraum kontinuierlich zusammenarbeiten kann, kann das neu arrangierte Lied/der Tanz weiterentwickelt und einstudiert und sogar vor Publikum aufgeführt werden.

Disclaimer:

  • Die Aktivität ist besonders interessant für Teilnehmende, die aus verschiedenen Kulturen stammen und in einer gemischten Gruppe zusammenkommen. Achte auf ihre Beziehung zur Tradition und erkläre, dass es bei der Aktivität darum geht, mit der Tradition zu arbeiten und eine Verbindung zu ihr herzustellen sowie den interkulturellen Austausch zu fördern, ohne dabei die Absicht zu haben, die Tradition zu entwerten. Dies lässt sich gut von Anfang an kommunizieren, sogar schon in der Einladung und der Beschreibung der Aktivität.

Music and movement activities

Contact

Iuliana Adriana PAVEL (project manager)

iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170


Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.


The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).

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