Sinnes-Spaziergang – Fünf Minuten draußen

In Zweiergruppen werden den Teilnehmenden die Augen verbunden, während der andere sie fast ganz ohne Worte durch ein sorgfältig zusammengestelltes Sinneserlebnis (Texturen, Geräusche, Gerüche, Temperaturen) führt. Anschließend werden die Rollen getauscht. Die Übung schult Aufmerksamkeit, Vertrauen und eine nicht-visuelle Beziehung zur Umgebung.

THEMA

Sinneswahrnehmung, Vertrauen und kreatives Entdecken

SCHWIERIGKEIT

Beginner to Intermediate

GRUPPENGRÖßE

6-24 Teilnehmende

ALTER

16 +

DAUER

30–50 Minuten

Ziele

  • Die Sinneswahrnehmung durch angeleitete körperliche Erfahrungen fördern
  • Vertrauen und nonverbale Kommunikation zwischen den Teilnehmenden aufbauen
  • Zur kreativen Interaktion mit der Umgebung anregen
  • Erkunden, wie die Einschränkung eines Sinnes die anderen verstärken kann

Material

  • Augenbinden (eine pro Paar), verschiedene Texturen, Gegenstände, Geräusche und Düfte, die die Begleitperson anbieten kann, ein offener Raum oder Bereich im Freien, in dem man sich sicher bewegen kann

Überblick

In Zweiergruppen werden den Teilnehmenden die Augenbinden angelegt, während der andere ein geführtes Sinneserlebnis mit Texturen, Geräuschen, Gerüchen und anderen Elementen der Umgebung gestaltet – ohne dabei das Sehen einzubeziehen. Die verbale Kommunikation wird auf ein Minimum reduziert, um eine körperbezogene, nonverbale Interaktion zu fördern. Anschließend werden die Rollen getauscht. Diese Übung, die sich an Methoden des immersiven Theaters orientiert, fördert eine gesteigerte Sinneswahrnehmung und eine kreative, achtsame Beziehung zur Umgebung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Einführung (5 Min.): Erkläre den Ablauf der Übung und betone, wie wichtig die Einwilligung ist: Die Teilnehmenden mit der Augenbinde haben immer die Kontrolle und können jederzeit aufhören. Besprecht, wie man sicher führt – den Partner in einem sanften Tempo bewegen, ihm den Arm oder die Hand zur Unterstützung anbieten und Sinnesreize ohne Erklärung präsentieren.

2. Erste Runde (15 Min.): Teilnehmende*r A hat die Augen verbunden. Teilnehmende*r B führt ihn/sie auf einer langsamen Sinnesreise durch den Raum und bietet Texturen zum Anfassen, Geräusche zum Hören, Düfte zum Riechen und Oberflächen zum Spüren unter den Füßen an. Die Führenden sollten Erklärungen vermeiden – lasst die Sinne sprechen. Nach 10–12 Minuten führst du A sicher zurück zum Ausgangspunkt.

3. Rollentausch (15 Min.): Die Teilnehmenden tauschen die Rollen. Teilnehmende*r B hat nun die Augenbinde auf und Teilnehmende*r A übernimmt die Führung.

4. Austausch und Reflexion (10 Min.): Die Paare tauschen sich kurz über ihre Erfahrungen aus und kommen dann als Gruppe zu einer kurzen Reflexion zusammen.

Nachbesprechung und Bewertung:

Fragen zur Reflexion:

  • Was ist dir aufgefallen, als du nichts sehen konntest? Welche Sinne wurden stärker?
  • Wie hat es sich angefühlt, jemandem zu vertrauen, der dich führt?
  • Was hast du als Führender erlebt – was wolltest du deinem Partner bieten?
  • Was hat diese Übung darüber verraten, wie wir uns normalerweise in der Welt bewegen?
  • Achte bei der Bewertung auf die Qualität der nonverbalen Kommunikation zwischen den Paaren, auf Zeichen des Vertrauens und auf die Intensität der sensorischen Wahrnehmung.

Moderationstipps:

  • Geh die Strecke vorher selbst ab, um eventuelle Hindernisse oder Gefahren zu erkennen.
  • Erinnere die Begleitenden daran: langsamer gehen, geduldig sein und still darauf achten, ob sich ihr Partner wohlfühlt.
  • Halte ein paar interessante Texturen und Gegenstände bereit, die du den Teilnehmenden anbieten kannst (Baumrinde, Stoff, glatte Steine, Blätter).
  • Geh einfühlsam auf Teilnehmende ein, die unter Angst oder sensorischen Verarbeitungsunterschieden leiden – biete ihnen die Möglichkeit, erst einmal zu beobachten.

Varianten:

  • Für Teilnehmende, denen Augenbinden unangenehm sind – darunter auch solche, die Traumata, Freiheitsentzug oder Kontrollverlust erlebt haben – biete klare Alternativen an: die Augen geschlossen halten, die Augen mit den eigenen Händen bedecken oder einfach nach unten auf den Boden schauen. Bestehe niemals auf Augenbinden; die sinnliche Erfahrung ist durch jede dieser Alternativen gleichermaßen gültig.
  • Variante im Freien: Führe den Spaziergang in einer natürlichen Umgebung durch – in einem Garten, Park oder Waldgebiet.
  • Für Teilnehmende mit Sehbehinderungen richte den Fokus auf andere Sinnesebenen aus, darunter Klanglandschaften und Texturen.

Disclaimer:
Hol dir immer eine klare Einwilligung ein, bevor du den Teilnehmenden die Augen verbindest. Achte darauf, dass die Umgebung sicher und frei von Gefahren ist. Sei besonders aufmerksam gegenüber Teilnehmenden, die möglicherweise Traumata im Zusammenhang mit Freiheitsentzug oder Kontrollverlust haben; biete jederzeit Alternativen an. Diese Übung beinhaltet körperliche Nähe und Vertrauen – respektiere dabei stets persönliche und kulturelle Grenzen.

Theatre activities

Contact

Iuliana Adriana PAVEL (project manager)

iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170


Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.


The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).

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