Reise ins Jetzt – Eine Lebenskarte auf dem Boden

Die Teilnehmenden sitzen in einem großen, auf dem Boden markierten Kreis und nutzen Naturmaterialien (Steine, Blätter, Zweige, Muscheln), um eine stille visuelle Karte ihres Lebensweges zu erstellen – von der Geburt am äußeren Rand bis zum gegenwärtigen Moment im Zentrum. Anschließend geht jede Person ihren Weg ab und erzählt davon, während die Gruppe zuhört; danach gehen die anderen die Wege der anderen ab.

THEMA

Selbstreflexion und persönlicher Werdegang

SCHWIERIGKEIT

Mittel

GRUPPENGRÖßE

6-24 Teilnehmende

ALTER

16 +

DAUER

90–120 Minuten

Ziele

  • Tiefe Selbstreflexion durch visuellen und räumlichen Ausdruck fördern
  • Die Teilnehmenden dabei unterstützen, persönliche Erfahrungen jenseits der verbalen Sprache zu teilen
  • Empathie entwickeln, indem man die Geschichten anderer miterlebt und sich mit ihnen verbindet
  • Nichtverbales Geschichtenerzählen und symbolisches Denken fördern

Material

  • Verschiedene Materialien aus der Natur (Blätter, Federn, Zweige, Tannenzapfen, Blumen, Steine usw.)
  • Verschiedene Fotos oder Karten mit Bildern
  • Klebeband und Schere

Überblick

Die Teilnehmenden sitzen in einem großen, auf dem Boden markierten Kreis und gestalten mit Naturmaterialien eine visuelle Darstellung ihres Lebensweges. Der äußere Rand des Kreises steht für die Geburt, während die Mitte den gegenwärtigen Moment symbolisiert. Anstelle von Worten drücken die Teilnehmenden ihre Gedanken durch Symbole aus, die sie aus Naturmaterialien basteln.

Sobald der Kreis fertig ist, erzählt jede*r Teilnehmende von seinem Lebensweg, indem er seinen Pfad entlanggeht und ihn erklärt. Danach sind alle eingeladen, um den Kreis herumzugehen, um die Lebenswege der anderen zu betrachten und darüber nachzudenken.

Diese Aktivität fördert die Selbstreflexion und regt zum nonverbalen Ausdruck persönlicher Erfahrungen an.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Einführung (10 Min.): Erkläre den Aufbau des Kreises: Der äußere Rand steht für die Geburt, die Mitte für den Punkt, an dem wir gerade stehen. Lade die Teilnehmenden ein, ihr Leben als Reise zu betrachten und wichtige Momente, Wendepunkte und Erlebnisse mit Naturmaterialien darzustellen – ohne Worte. Betone, dass es dabei kein Richtig oder Falsch gibt.
  2. Die Reise gestalten (25–35 Min.): Die Teilnehmenden markieren mit Naturmaterialien ihre Reise auf ihrem Abschnitt des Kreises. Ermutige sie, in Stille zu arbeiten und die Materialien zu nutzen, um Ereignisse, Gefühle und Übergänge darzustellen. Die Moderator*innen gehen leise umher und spenden Ermutigung, ohne den Inhalt zu lenken.
  3. Den eigenen Weg teilen (15–20 Min.): Jede*r Teilnehmende verfolgt seinen Weg vom äußeren Rand bis zur Mitte und erzählt kurz, was jedes Symbol für ihn bedeutet. Das Teilen ist freiwillig – die Teilnehmenden können so viel oder so wenig erzählen, wie sie möchten.
  4. Andere beobachten (10 Min.): Die Teilnehmenden gehen langsam um den gesamten Kreis herum und beobachten schweigend die Wege der anderen. Ermutige sie, dies als einen Moment des Beobachtens und des Respekts zu betrachten.
  5. Gruppenreflexion (10 Min.): Bringe die Gruppe zu einer kurzen Diskussion darüber zusammen, was ihnen aufgefallen ist, was sie überrascht hat und was sie gerne mitnehmen möchten.

Nachbesprechung und Bewertung:

Fragen zur Reflexion:

  • Wie war es für dich, dein Leben in Bildern statt in Worten darzustellen?
  • Was ist dir aufgefallen, als du herumgelaufen bist und die Lebenswege der anderen gesehen hast?
  • Gab es Muster oder Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Lebenswegen?
  • Was sagt dir dein Lebensweg darüber, wo du gerade stehst?
  • Beachte bei der Bewertung, wie intensiv sich die Teilnehmer auf den kreativen Prozess eingelassen haben, wie bereit sie waren, sich mitzuteilen, und wie gut das Zuhören und die gegenseitige Aufmerksamkeit innerhalb der Gruppe waren.

Moderationstipps:

  • Schaffe eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre – spiel während der Gestaltungsphase vielleicht leise Instrumentalmusik ein.
  • Mach deutlich, dass das Teilen freiwillig ist – niemand soll sich unter Druck gesetzt fühlen, seinen Weg zu erklären.
  • Plane zusätzliche Zeit ein, wenn die Teilnehmenden tief in die Aufgabe vertieft sind; diese Aktivität kann länger dauern als erwartet.
  • Sei auf emotionale Reaktionen vorbereitet – halte einen ruhigen Raum bereit und sei bereit, Unterstützung anzubieten.

Varianten:

  • Für Teilnehmende, denen bildende Kunst schwerfällt, erlaube jede Form der Darstellung: geschriebene Wörter, ausgeschnittene Bilder oder abstrakte Zeichen.
  • Bei kürzeren Einheiten reduziere den Kreis auf einzelne Blätter Papier und lass die Runde durch den Raum weg.
  • Kann digital mit Zeichen-Apps für Fern- oder Hybrid-Einheiten durchgeführt werden.

Disclaimer:

Diese Aktivität kann tiefe persönliche Erinnerungen und Emotionen hervorrufen. Gehe dabei behutsam vor und stelle sicher, dass die Teilnehmenden wissen, dass sie selbst bestimmen, was sie preisgeben. Sorge dafür, dass während und nach der Einheit emotionale Unterstützung zur Verfügung steht. Dies ist keine therapeutische Übung; sollten sensible Inhalte zur Sprache kommen, sei darauf vorbereitet, diese respektvoll anzuerkennen und die Teilnehmenden bei Bedarf an professionelle Hilfe zu verweisen.

Kontakt

Iuliana Adriana PAVEL (Projektmanagerin)

iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Kulturhaus Antim Ivireanu, Aleea Islaz, Ghermănești, Snagov, Kreis Ilfov, Rumänien, 077170


Von der Europäischen Union kofinanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autor:innen und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union oder der ANPCDEFP wider. Weder die Europäische Union noch die ANPCDEFP können dafür verantwortlich gemacht werden.


Das Projekt wird von folgenden Organisationen durchgeführt: A4ACTION (Rumänien) – Koordinator, Udruga Delta (Kroatien), InterAktion (Österreich), Asociación Espacio Rojo (Spanien) und GAIA Museum Outsider Art (Dänemark).

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