MODUL 3

Bildende Kunst - Methoden

Der Einsatz verschiedener Methoden aus der bildenden Kunst erfordert etwas Vorbereitung, besonders wenn du die Methode zum ersten Mal anwendest. Aber wie wir in diesem Modul bereits erwähnt haben, sollen die von uns vorgeschlagenen Methoden der bildenden Kunst nicht auf künstlerische Weise genutzt werden – das heißt, du musst kein*e Expert*in sein, um sie anzuwenden, denn die Begleitung des Prozesses ist wichtiger als das Endergebnis. Natürlich sind ein paar technische Kenntnisse erforderlich, wenn du Fotografie, Videografie oder Stop-Motion nutzen möchtest, aber für diese Aktivitäten haben wir klare Anleitungen bereitgestellt, die auch Anfängern helfen, die Einstellungen schnell zu erlernen und die Aktivität mit der Zielgruppe durchzuführen.

Wenn du Methoden der bildenden Kunst in der nichtformalen Bildung anwendest – insbesondere mit dem Schwerpunkt auf sozialer Inklusion, emotionalem Ausdruck und gesellschaftlichem Engagement –, solltest du einige spezifische Leitlinien beachten, die dir helfen, die pädagogischen Ziele der Aktivität zu erreichen und einen sicheren und inklusiven Raum zu schaffen, in dem sich jeder willkommen fühlt.

Leitfaden für effektive Durchführung

1.

Passe die Aktivität an deine eigenen Bedürfnisse und deinen Kontext an und halte sie gleichzeitig offen

Wir empfehlen, die Aktivitäten an die Bedürfnisse deiner Gruppe sowie an den Kontext und die Lernziele anzupassen, aber die Struktur stets offen und flexibel zu halten, damit du sie während der Aktivität je nach Gruppendynamik und der Art und Weise, wie die Gruppe mit den Methoden umgeht, anpassen kannst. Die Teilnehmenden brauchen vielleicht mehr Zeit, weniger Schritte oder die Möglichkeit, die Aufgabe neu zu interpretieren. Die Anpassung der Aktivität kann auch bedeuten, den Schwierigkeitsgrad zu ändern, den Schwerpunkt anzupassen oder zuzulassen, dass verschiedene Ergebnisse nebeneinander bestehen. Flexibilität trägt dazu bei, dass die Aktivität auf die Gruppe eingeht, anstatt dass die Gruppe gezwungen ist, einer festgelegten Methode zu folgen.

2.

Raum für Experimente lassen

Wenn du Aktivitäten im Bereich der bildenden Kunst in einem nicht-formalen Kontext begleitest, steht das Endergebnis nicht im Vordergrund – deine Rolle als Moderator*in besteht darin, die Teilnehmenden durch den Prozess zu führen. Vermeide es, die Werke der Teilnehmenden zu korrigieren, anzupassen oder zu beeinflussen, auch wenn das Ergebnis unfertig oder unerwartet erscheint. Hör den Teilnehmenden stattdessen zu, beobachte, wie sie arbeiten, und unterstütze sie dabei, sich auf ihre eigene Weise auf den Prozess einzulassen. Dieser Ansatz ermöglicht es jungen Menschen, Verantwortung für ihren künstlerischen Ausdruck zu übernehmen und sich frei zu entfalten, ohne Angst davor zu haben, etwas „falsch“ zu machen.

3.

Stell leicht zugängliche und erschwingliche Materialien bereit

Wähle Materialien aus, die leicht zugänglich, kostengünstig und einfach zu beschaffen sind. Alltägliche Dinge wie Papier, Pappe, Zeitschriften, Recyclingmaterialien, einfache Hilfsmittel für das Zeichnen, einfache Farben, Ton oder Naturmaterialien reichen völlig aus, um sinnvolle kreative Prozesse zu fördern. Die Verwendung vertrauter Alltagsmaterialien hilft dabei, den Druck in Bezug auf „künstlerische Qualität“ abzubauen und ermutigt die Teilnehmenden, frei zu experimentieren. Außerdem lassen sich die Aktivitäten so leichter in verschiedenen Kontexten wiederholen, und es wird die Vorstellung gestärkt, dass Kreativität nicht von speziellen Werkzeugen oder Materialien abhängt.

4.

Nutze einen partizipativen Ansatz

Junge Menschen werden aktiv in die Gestaltung sowohl des Prozesses als auch des Ergebnisses der Aktivität einbezogen. Die Teilnehmenden sind eingeladen, Ideen einzubringen, Entscheidungen zu treffen und Einfluss darauf zu nehmen, wie sich das Kunstwerk entwickelt. Dazu kann die Auswahl von Themen, Materialien, Formaten und Formen der Zusammenarbeit gehören – oder auch, wie die fertigen Werke ausgestellt oder geteilt werden. Deine Aufgabe ist es, den Dialog zu fördern, die Zusammenarbeit zu unterstützen und Situationen zu schaffen, in denen gemeinsame Entscheidungen getroffen werden können.

5.

Plane einen Einstieg und einen klaren Abschluss für die Aktivität

Ein klarer Einstieg in die Aktivität hilft den Teilnehmenden, sich nicht nur körperlich, sondern auch geistig und emotional auf den Raum und die Aktivität einzulassen. Beginne mit einer kurzen Einstimmungs- und Check-in-Übung, bei der du den Teilnehmenden die Möglichkeit gibst, sich auf den Prozess einzulassen.

Gleichzeitig ist ein klarer Abschluss der Aktivität genauso wichtig, da er den Teilnehmenden ermöglicht, sich von der Aktivität zu lösen, über den Prozess nachzudenken und dem, was sie geschaffen haben, eine Bedeutung zu geben. Ein Abschluss kann das Betrachten der Kunstwerke, den Austausch von Gedanken, die Wahl eines Titels oder einfach das Würdigen der gemeinsamen Erfahrung beinhalten.

Contact

Iuliana Adriana PAVEL (project manager)

iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170


Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.


The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).

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