Gefühle mit Ton gestalten
Durch das taktile Erkunden von Ton setzen die Teilnehmenden ihre Kreativität frei und lassen den Zufall im kreativen Prozess eine Rolle spielen. Mit geschlossenen Augen sind die einzigen Reize, die sie wahrnehmen, die Texturen und Formen, die ihre Hände erkennen, und das Endergebnis wird von den Erinnerungen, Gefühlen oder Erfahrungen aller Teilnehmenden geprägt. Am Ende findet eine Betrachtung statt, um den spontanen Prozess zu reflektieren. Diese Aktivität fördert Kreativität, abstraktes Denken und sensorische Erkundung.


THEMA
Emotionale Kompetenz, Selbstwahrnehmung und nonverbale Ausdrucksfähigkeit

SCHWIERIGKEIT
Anfänger

GRUPPENGRÖßE
5-15
Teilnehmende

AGE
13+

DAUER
60 to 120
Minuten
Ziele
- Den Teilnehmenden ermöglichen, komplexe Emotionen nonverbal auszudrücken
- Achtsamkeit und sensorische Wahrnehmung fördern
- Durch taktiles Gestalten zum Erzählen persönlicher Geschichten anregen
Material
- Lufttrocknender Ton oder Naturton (ca. 300 g pro Person), Feuchttücher/Wasserschalen, Tücher zum Schutz der Oberflächen und optional Naturmaterialien (Steine, Blätter) zum Abdrücken.
Überblick
Die Teilnehmenden üben sich in der sensorischen Erkundung und nutzen Ton und Spontaneität, um abstrakte oder symbolische Formen zu schaffen, die ein Gefühl, eine Erinnerung oder ein Erlebnis darstellen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung (10 Min.)
- Der*die Moderator*in stellt Ton als vielseitiges Material vor, das kreative Prozesse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen begleitet. Es wird erklärt, dass seine Flexibilität und Formbarkeit ihn zu einem Medium machen, das eine Verbindung zu einer grundlegenden kreativen Ebene herstellt. Ton ermöglicht taktile und kinästhetische Erfahrungen, die Menschen näher an ihre Emotionen bringen. Anschließend wird die Gruppe eingeladen, in einem ersten angeleiteten Ansatz mit geschlossenen Augen und begleitet von Musik zu experimentieren.
2. Sinneserkundung (25 Min.)
Mit geschlossenen Augen legen die Teilnehmenden ihre Hände auf den Ton, um sich ganz auf die Empfindungen zu konzentrieren. Der*die Moderator*in leitet sie Schritt für Schritt an:
- Achte auf die Textur: glatt, rau, hart, weich.
- Greifen und halten: leicht, schwer.
- Zwicken und drücken mit verschiedenen Handteilen: Knöchel, Handfläche, Handrücken.
- Drücke den Ton zusammen und streiche ihn glatt, um zu spüren, wie er sich verändert.
- Macht ein Loch hinein und spürt den Umriss des Lochs.
- Formt eine Kugel und spürt ihre Weichheit.
- Reißt große und kleine Stücke ab.
- Formt einen „Churro“ oder eine Schlange, indem ihr das Material ausstreckt.
Das Ziel ist es, Sinneseindrücke zu wecken, Spannungen zu lösen und den Händen zu ermöglichen, mit dem Material in Dialog zu treten.
3. Freies Gestalten (40 Min.)
Alle Teilnehmenden gestalten mit geschlossenen Augen ein Kunstwerk aus ihrem eigenen Stück Ton. Sie werden dazu ermutigt:
- Zu spüren, ob der Ton seine eigene Bewegung vorschlägt oder ob die Person ihn lenkt.
- Die Form ohne vorherige Planung entstehen zu lassen.
- Sich von dem überraschen zu lassen, was entsteht.
4. Betrachtung und Nachbesserungen (15 Min.)
- Die Teilnehmenden öffnen die Augen und betrachten ihr Werk aus verschiedenen Blickwinkeln. Sie können kleine Anpassungen vornehmen, ohne das Wesen des Werks zu verändern, und so die Spontaneität des anfänglichen Prozesses bewahren.
5. Reflexion und Aufschreiben (20 Min.)
Jeder schreibt Wörter, Gefühle oder Sätze auf, die Fragen beantworten wie:
- Wie hast du dich gefühlt, als du den Ton berührt hast?
- Welche Empfindungen sind entstanden?
- Welche Gefühle sind hochgekommen?
- Was hat es bedeutet, etwas ohne Worte auszudrücken?
- Warst du von deinem Werk überrascht, als du die Augen geöffnet hast?
- Was hast du in den Werken der anderen beobachtet?
6. Austausch (10 Min.)
- Lade die Teilnehmenden ein, (freiwillig) ihr Tonwerk zu erklären und ihm einen Namen zu geben.

Nachbesprechung und Bewertung:
- Wie hat es sich angefühlt, etwas ohne Worte auszudrücken?
- Hat dich irgendetwas an dem, was du geschaffen hast oder in den Arbeiten der anderen gesehen hast, überrascht?
Heb zum Abschluss den durchlebten Prozess und die Vielfalt der Antworten hervor, die während der Aktivität entstanden sind.
Moderationstipps:
- Betone, dass es keine richtige oder falsche Art gibt, Ton zu formen.
- Spiele leise Hintergrundmusik, um die Konzentration zu fördern.
- Biete als Optionen Ton-Hilfsmittel oder Fundstücke (Zweige, Muscheln) zum Einprägen an, ebenso wie Ton in verschiedenen Farben

Variationen und Anpassungen:
- Tauscht euch zu zweit aus, um einen persönlicheren Austausch zu fördern.
- Macht eine symbolische Geste oder leistet einen kleinen Beitrag zur Arbeit einer anderen Person, nachdem ihr euch ihre Erfahrungen angehört habt.
- Schafft ein gemeinsames Werk, indem ihr Fragmente von allen Teilnehmenden zusammenführt.

Disclaimer:
Denk daran: Wenn sich jemand bei der Arbeit mit geschlossenen Augen unwohl fühlt oder eine psychische Erkrankung hat, die dies erschweren könnte, ist es ratsam, Alternativen anzubieten – zum Beispiel die Augen offen zu lassen, die Dauer der Aktivität zu verkürzen oder die Übung anzupassen –, um eine sichere und respektvolle Teilnahme zu gewährleisten. Achte besonders auf junge Menschen, denen der verbale Ausdruck möglicherweise schwerfällt, darunter Migrant*innen, Geflüchtete, neurodiverse Jugendliche oder solche, die ein Trauma verarbeiten.
Visual arts activities

Contact
Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.
The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).












