Image Theatre — One statue, three meanings
Bildtheater – Eine Statue, drei Bedeutungen
Die Teilnehmenden nutzen ihren Körper als Formmaterial, um Standbilder (Tableaux vivants) zu gestalten, die Gefühle, Machtverhältnisse oder soziale Situationen darstellen. Ohne Worte formt eine Person durch sanfte Berührungen die Positionen der anderen, und die Gruppe untersucht und verändert dann das eingefrorene Bild, um Unterdrückung zu erforschen und sich Veränderungen vorzustellen.


THEMA
Nonverbale Kommunikation und Selbstermächtigung

SCHWIERIGKEIT
Anfänger bis Mittel

GRUPPENGRÖßE
8-20 Teilnehmende

ALTER
16+

DAUER
100 – 120 Minuten
Ziele
- Emotionen und soziale Situationen erkunden, ohne sich auf die gesprochene Sprache zu verlassen
- Körperbewusstsein und nonverbale Ausdrucksfähigkeiten entwickeln
- Barrierefreies Theater für Menschen mit Sprachbarrieren, Sprachschwierigkeiten oder Autismus-Spektrum-Störungen schaffen
- Machtverhältnisse und Unterdrückung anhand körperlicher Bilder untersuchen
- Abstrakte Konzepte in konkrete visuelle Darstellungen umsetzen
Material
- Ein großer, offener Raum ohne Hindernisse und Möbel
- Optional: einfache Stoffstücke, Stühle oder neutrale Requisiten, um die Bilder aufzupeppen
- Bequeme Kleidung, in der man sich gut bewegen kann
Überblick
Das Bildtheater, das Augusto Boal ursprünglich Anfang der 1970er Jahre in Peru entwickelt hat, um Sprachbarrieren zu überwinden, nutzt den Körper, um Standbilder (Tableaux vivants) zu schaffen, die Gefühle, Situationen oder soziale Probleme darstellen. Eine Person fungiert als „Bildhauer“ und formt die Positionen der anderen („Ton“) nur durch sanfte Berührungen und ganz ohne Worte. Die Gruppe erforscht und verwandelt dann diese eingefrorenen Bilder, setzt sich mit Unterdrückung auseinander und entwirft Veränderungen durch rein körperlichen Ausdruck. Die Methode entstand, als Boal mit indigenen Gemeinschaften arbeiten musste, in denen kein Spanisch gesprochen wurde.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung (10 Min.):
Erkläre bitte, dass die Kommunikation während der Aktivität ausschließlich über Körpersprache erfolgt und während des Formens keine Worte erlaubt sind. Eine Person ist der „Bildhauer“, der die anderen („den Ton“) nur durch Berührung sanft zu einer Figur formt. Betone unbedingt die Einwilligung: Wer als „Ton“ fungiert, kann jederzeit Nein zu Berührungen sagen oder die Teilnahme ganz ablehnen. Zeige anhand eines Freiwilligen, wie sanftes, respektvolles Formen aussieht – zeige dabei angemessene Berührungen an Schultern, Armen und der Kopfhaltung, respektiere dabei aber die persönlichen Grenzen.
2. Aufwärmübungen (15 Minuten):
Für diesen Teil kann der*die Moderator*in relevante Übungen aus dem Zusatzkapitel am Ende der Toolbox auswählen (z. B. Körperwahrnehmung, Vertrauensübungen oder den Umgang mit Emotionen), um die Verbindung innerhalb der Gruppe, die Präsenz und den Ausdruck zu fördern.
3. Individuelle Bilderkundung (15 Minuten):
Bevor die Gruppen-„Skulpturen“ entstehen, gestaltet jede Person ihre eigene Solo-Statue, die eine Emotion oder Situation darstellt. Übt zu zweit, sowohl Bildhauer als auch „Ton“ zu sein – dabei formt ihr euch abwechselnd gegenseitig. Das schafft Vertrautheit mit dem Prozess und der damit verbundenen Berührung, bevor ihr zu komplexerer Gruppenarbeit übergeht.
4. Reales Bild – aktuelle Realität (20 Minuten):
Wählt einen Bildhauer aus, der entweder ein Freiwilliger oder der*die Moderator*in sein kann. Der Bildhauer gestaltet ein Bild, das die aktuelle Realität eines Problems darstellt, das die Gruppe gemeinsam identifiziert hat (z. B. Ausgrenzung in der Schule, Ungleichheit am Arbeitsplatz, familiäre Kontrolle, Mobbing, Armut und Diskriminierung). Der Bildhauer formt mehrere Personen körperlich zu diesem Bild, ohne dabei zu sprechen.
Sobald das Bild fertig ist, betrachtet die Gruppe das „eingefrorene“ Bild 1–2 Minuten lang schweigend und diskutiert anschließend:
- Was seht ihr in diesem Bild? Beschreibt es zunächst objektiv.
- Wo liegt die Macht? Wer hat sie? Wer hat sie nicht?
- Welche Beziehungen bestehen zwischen den Figuren?
- Welche Emotionen sind sichtbar und verkörpert?
- Inwiefern spiegelt dies die Realität wider, die wir kennen?
5. Idealbild – gewünschte Zukunft (15 Minuten):
Derselbe oder ein anderer „Bildschöpfer“ gestaltet ein Bild, das die gewünschte Zukunft zeigt – wie wir uns die Dinge wünschen, wenn die Unterdrückung überwunden wäre. Das ist keine Fantasie, sondern eine erreichbare Veränderung. Die Gruppe betrachtet das Bild und bespricht die Unterschiede zum realen Bild. Was hat sich verändert? Welche neuen Beziehungen gibt es?
6. In einem 15-minütigen Abschnitt werden Übergangsbilder verwendet, um den Weg zur Veränderung zu veranschaulichen.
Hier bekommt man es besonders eindringlich mit: Was sind die konkreten Schritte zwischen dem realen und dem idealen Bild? Die Gruppe erstellt 2–3 Zwischenbilder, die den Weg der Transformation zeigen. Was muss passieren, um von Unterdrückung zu Befreiung zu gelangen? Diese Bilder machen den Wandel greifbar und sichtbar.
7. Dynamisierung (10 Minuten, optional, aber wirkungsvoll):
Erweckt die Bilder in extremer Zeitlupe (z. B. mit 0,25-facher Geschwindigkeit) zum Leben und zeigt so die physische Verwandlung vom realen zum idealen Bild. Die Teilnehmenden bewegen ihre Körper auf dieser Reise mit.

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Was habt ihr in den verschiedenen Bildern gesehen und gefühlt, die wir heute geschaffen haben?
- Wie hat es sich angefühlt, beim Arbeiten mit Ton Bilder zu gestalten oder daran mitzuwirken?
- Was hat euch an der Kommunikation ohne Worte überrascht?
- Welche Körpersprache vermittelt Macht? Welche Körpersprache vermittelt Machtlosigkeit?
- Was habt ihr über das Thema gelernt, mit dem wir uns beschäftigt haben?
- Für diejenigen, die als Bildhauer tätig waren: Wie hat es sich angefühlt, das Bild zu formen? Welche Entscheidungen habt ihr getroffen?
- Hat die körperliche und nonverbale Kommunikation etwas offenbart, was Worte nicht konnten?
- Wie können wir im tatsächlichen Leben vom realen Bild zum idealen Bild gelangen? Welche Schritte sind dafür nötig?
Bewertungskriterien:
Beobachte, wie wohl sich die Teilnehmenden beim nonverbalen Ausdruck fühlen, ihre Kreativität und Nachdenklichkeit beim Gestalten der Bilder, die Tiefe ihrer Beobachtung beim Betrachten der Bilder, ihre Fähigkeit, Körpersprache zu lesen und zu interpretieren, ihre Bereitschaft, sowohl als Bildhauer*in als auch als Ton teilzunehmen, die Qualität der kritischen Reflexion über die entstandenen Bilder sowie den Respekt vor Grenzen und Einwilligung während des gesamten Prozesses.
Moderationstipps:
- Zeig immer zuerst, wie man sanft und respektvoll „formt“, bevor du die Teilnehmenden bittest, es selbst zu versuchen
- Hol dir unbedingt eine klare Einwilligung ein, bevor jegliche Berührungen beginnen, und erinnere alle daran, dass sie ihre Einwilligung jederzeit widerrufen können
- Beginne mit einzelnen „Statuen“ und Partnerübungen, bevor du komplexe Gruppenbilder mit mehreren Personen versuchst
- Gib ausreichend Zeit zum Betrachten – überstürze die Bilder nicht; lass ihnen Raum zum Atmen
- Bestätige alle Interpretationen – die Bilder sind vielschichtig und lassen sich auf vielfältige Weise deuten; es gibt keine einzige „richtige“ Bedeutung
- Für Gruppen, denen Berührungen unangenehm sind oder die aus Kulturen stammen, in denen Berührungen problematisch sind: Schafft Bilder ohne Berührungen – der „Bildhauer“ zeigt auf, und die Teilnehmenden positionieren sich anhand verbaler oder visueller Hinweise
- Fotografiere die Bilder (mit Erlaubnis), um spätere Reflexion und Dokumentation zu ermöglichen
- Sei äußerst sensibel im Umgang mit kulturellen Normen rund um Berührungen, Geschlecht und persönlichen Raum
- Stelle sicher, dass körperlich vielfältige Menschen willkommen sind und gefeiert werden – alle Körper können ausdrucksstarke Bilder schaffen
- Schaffe einen sicheren Raum für Verletzlichkeit und halte dabei klare Sicherheitsgrenzen ein
- Achte darauf, ob sich jemand unwohl fühlt – sprich in den Pausen diskret mit der Person

Variationen und Anpassungen:
- Vielfältige Vorstellungen von Glück: Jeder entwickelt sein ganz eigenes Bild davon, was Glück für ihn bedeutet – das zeigt die Vielfalt
- Vervollständige das Bild: Der*die Moderator*in oder eine Teilnehmende beginnt ein Bild, dann fügen sich die anderen nacheinander hinzu, bis sich das Bild vollständig anfühlt
- Polizist im Kopf: Nutze das Bildtheater, um innere Unterdrückung zu erforschen – veräußere die kritischen oder unterdrückenden Stimmen in unseren Köpfen
- Bild und Gegenbild: Schaffe zwei gegensätzliche Perspektiven oder Interpretationen derselben Situation
- Kaleidoskop: Zeige dieselbe Situation aus der Sicht verschiedener Charaktere – wie sieht sie aus der Perspektive jeder einzelnen Person aus?
- Bild der Zukunft, vor der wir Angst haben: Erforsche Ängste und Hindernisse, indem du Bilder davon erschaffst, was wir befürchten, dass passieren könnte
- Familienbilder: Erforsche Familiendynamiken und Beziehungen durch Tableaus
- Geräuschergänzung: Nachdem du das eingefrorene Bild geschaffen hast, füge jeder Figur Geräusche oder Ein-Wort-Beschreibungen hinzu
- Variationen zur Belebung: Erwecke Bilder auf unterschiedliche Weise zum Leben – zurückspulen, vorspulen, in einer Schleife wiederholen

Haftungsausschluss:
Körperliche Berührungen spielen in der traditionellen Methodik des Bildtheaters eine zentrale Rolle. Legt IMMER vor Beginn klare Regeln für die Einwilligung fest. Die Teilnehmenden müssen das Recht haben, die Rolle als „Bildhauer“, als „Ton“ oder die Teilnahme insgesamt abzulehnen – ohne jeglichen Druck oder Wertung. Niemand sollte jemals in körperlich unangenehme oder schmerzhafte Positionen gezwungen werden. Respektiere persönliche und kulturelle Grenzen in Bezug auf Berührungen, besonders zwischen den Geschlechtern. Beim Umgang mit besonders sensiblen Themen wie Trauma, Gewalt und Missbrauch ist es wichtig, damit zu rechnen, dass durch die körperliche Verkörperung dieser Themen starke Emotionen hochkommen können. Hab einen Plan für emotionale Unterstützung parat.
Alternativer Ansatz: Für Gruppen, in denen Berührungen nicht angemessen oder unangenehm sind, nutze berührungsfreie Methoden, bei denen der „Bildhauer“ verbale Anweisungen gibt oder Positionen vorführt und die Teilnehmenden sich selbst positionieren. Das ist zwar weniger wirkungsvoll, aber dennoch wertvoll.
Eine weitere Möglichkeit ist, die Teilnehmenden nach Geschlecht in Paare einzuteilen, da sie sich in dieser Konstellation möglicherweise wohler fühlen. Dies kann die Teilnahme fördern, indem es einen sichereren und vertrauteren Rahmen bietet.
Hinweis: Bildtheater kann emotional intensiver sein als verbale Diskussionen, da der Körper Emotionen speichert. Gehe daher mit Sorgfalt und Achtsamkeit vor.
Theatre activities
Nothing found.

Contact
Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.
The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).
Forum Theatre — The anti-model in one minute
Forumtheater – Das Anti-Modell in einer Minute
Forumtheater ist eine interaktive Methode, bei der die Teilnehmenden zunächst eine kurze Szene über Unterdrückung oder Ungerechtigkeit ansehen und dann als „Zuschauer*innen-Schauspieler*innen“ auf die Bühne treten, um die Hauptfigur zu ersetzen und alternative Reaktionsmöglichkeiten auszuprobieren. Unter der Leitung einer neutralen Moderator*in (dem „Joker“) probt die Gruppe gemeinsam Strategien für Veränderungen in einem sicheren theatralischen Raum, bevor sie diese im echten Leben anwendet.


THEMA
Soziale Gerechtigkeit und Konfliktlösung

SCHWIERIGKEIT
Mittel

GRUPPENGRÖßE
10–12 Teilnehmende + Publikum

ALTER
Ab 16 Jahren (kann mit passenden Szenarien auch für Jüngere angepasst werden)

TIME
90–120 Minuten (Kernversion). Für eine erweiterte Version solltest du bis zu 150 Minuten einplanen, um mehr Zeit für tiefgehende Reflexion zu haben.
Ziele
- Den Teilnehmenden ermöglichen, verschiedene Formen der Unterdrückung zu erkunden und Strategien für Veränderungen zu üben
- Kritisches Denken und Problemlösungskompetenz durch theatralische Interventionen fördern
- Empathie und Verständnis für unterschiedliche Perspektiven aufbauen
- Die Teilnehmenden befähigen, aktive Akteure des sozialen Wandels zu werden
- Gemeinsame Problemlösung in einem sicheren theatralischen Raum üben
Material
- Offener Veranstaltungsraum mit hervorragender Sicht für das Publikum
- Stühle im Halbkreis für das Publikum angeordnet
- Optional: einfache Requisiten, Kostümteile oder Bühnenelemente
- Flipchart oder Whiteboard zum Festhalten von Erkenntnissen und Lösungen
Überblick
Das Forumtheater ist eine interaktive Form des Theaters der Unterdrückten, die Augusto Boal 1973 im Rahmen eines Alphabetisierungsprojekts in Peru entwickelt hat. Die Teilnehmenden sehen sich eine kurze Szene an, die Unterdrückung oder Ungerechtigkeit darstellt (das „Anti-Modell“), und werden dann zu „Zuschauer-Schauspielern“, die das Geschehen unterbrechen, die Hauptfigur ersetzen und alternative Lösungen ausprobieren können. Ein*e Moderator*in, der*die „Joker“ genannt wird, leitet den Prozess neutral und sorgt dafür, dass realistische Möglichkeiten ausgelotet werden, ohne Lösungen vorzuschreiben. Die Methode entstand, als Boal erkannte, dass die Zuschauer nicht nur Lösungen vorschlagen, sondern diese auch physisch auf der Bühne ausprobieren wollten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
0. Vorbereitung der Gruppe (20–30 Minuten, vor Beginn der Einheit):
Bevor die Einheit für die gesamte Gruppe beginnt, bereitet der*die Moderator*in gemeinsam mit allen die Teilnehmenden vor. Erkläre das Forumtheater klar und deutlich: Was das Anti-Modell ist, was der Joker macht und wozu die Zuschauer-Schauspieler aufgefordert sind. Legt gemeinsam ein Thema fest oder bestätigt es, das auf den realen Erfahrungen der Teilnehmenden basiert.
Eine kleine Untergruppe (4–6 Freiwillige) entwickelt und probt die Anti-Modell-Szene mit Unterstützung des*der Moderator*in, während der Rest der Gruppe zu Zuschauer-Schauspielern wird. Wenn die Gruppe größer ist (10–12 Teilnehmende), kannst du sie in zwei Gruppen aufteilen, von denen jede eine andere Theaterszene entwickelt und aufführt.
Plane Zeit für eine kurze Probe und ein Aufwärmprogramm ein (wähle je nach den Bedürfnissen der Gruppe 2–3 Aktivitäten aus dem Zusatzkapitel am Ende der Toolbox aus). Sobald alle ihre Rolle verstanden haben und die Szenen fertig sind, kann die eigentliche Einheit beginnen.
1. Einführung (10 Min.):
Begrüße das Publikum (dazu können sowohl Jugendliche gehören, die nicht am Stück mitwirken, als auch Mitglieder der breiteren Gemeinschaft) und erkläre das Konzept des Forumtheaters. Betone, dass sie eine Szene sehen werden, in der jemand Unterdrückung oder Ungerechtigkeit erlebt. Nachdem sie die Szene einmal gesehen haben, können sie eingreifen, indem sie „STOP!“ rufen und auf die Bühne treten, um verschiedene Lösungen auszuprobieren. Bitte mach deutlich, dass es keine „magischen“ Lösungen gibt, da wir gemeinsam realistische Möglichkeiten ausloten. Der Joker moderiert, gibt aber keine Antworten vor. Bei dieser Arbeit geht es um kollektive Weisheit und Experimentieren.
Rollen im Forumtheater
Joker (Moderator*in):
Der Joker leitet den Forumtheater-Prozess. Er erklärt die Regeln, ermutigt das Publikum zur Teilnahme und sorgt dafür, dass die Diskussion konstruktiv und respektvoll bleibt. Der Joker gibt keine Lösungen vor, sondern hilft der Gruppe, Möglichkeiten auszuloten.
Hauptfigur
Die Hauptfigur ist die Person, die Unterdrückung erlebt. Sie möchte etwas erreichen, wird aber durch Einzelpersonen, Systeme oder gesellschaftliche Normen daran gehindert. Die Geschichte konzentriert sich auf ihren Kampf. WICHTIGER HINWEIS: Zuschauer-Schauspieler können diese Figur ersetzen, dürfen aber ihre Persönlichkeit oder Motivation nicht grundlegend verändern.
Oppressor(en):
Oppressoren sind die Figuren, die Unterdrückung aufrechterhalten oder verstärken.
Sie handeln möglicherweise absichtlich oder unbewusst und repräsentieren oft Machtstrukturen (Autoritätspersonen, Institutionen, sozialen Druck). WICHTIGER HINWEIS: Zuschauer-Schauspieler dürfen diese Figur bei ihren Interventionen nicht ersetzen.
Darsteller*innen:
Die Darsteller*innen spielen die Anfangsszene und wiederholen sie mehrmals. Sie reagieren realistisch auf Interventionen und halten dabei die Logik der Situation aufrecht, anstatt es den Zuschauern leicht zu machen, zu „gewinnen“ (den Konflikt/die Unterdrückung zu lösen).
Verbündete/neutrale Figuren (optional):
Das sind Figuren, die den Protagonisten unterstützen oder neutral bleiben können. Sie helfen dabei zu zeigen, wie Systeme der Unterdrückung und Ungleichheit im Alltag funktionieren, und laden die Teilnehmenden dazu ein, mögliche Handlungsansätze für Veränderungen in einer sicheren Umgebung zu erproben. Sie können die Situation in den Griff bekommen und zu Schlüsselfiguren beim Ausprobieren verschiedener Strategien für Veränderungen werden.
„Zuschauer-Schauspieler“, auch als Teilnehmende des Publikums bekannt, sind keine passiven Zuschauer. Sie sind eingeladen, die Aufführung zu unterbrechen, den Protagonisten zu ersetzen und alternative Handlungen auszuprobieren, um die Situation zu verändern. Diese Praxis verwandelt Zuschauer in „Zuschauer-Schauspieler“.
2. Das Anti-Modell vorstellen (20 Minuten):
Die Schauspieler führen eine vorbereitete Szene auf, die Unterdrückung oder Ungerechtigkeit zeigt. Beispiele können Diskriminierung am Arbeitsplatz, Mobbing, Familienkonflikte, Ungerechtigkeit im Wohnungswesen, Schikanen durch die Polizei, Bildungsbarrieren und Diskriminierung im Gesundheitswesen sein. Die Szene sollte damit enden, dass die Unterdrückung ungelöst bleibt und der Protagonist die Situation nicht bewältigen kann. Die Szene sollte realistisch sein, einen Bezug zu den tatsächlichen Erfahrungen der Teilnehmenden haben und etwa 5–7 Minuten dauern.
3. Erste Diskussion – Moderation durch den Joker (10 Minuten):
Der Joker leitet die Analyse ein, indem er fragt: Was ist in der Szene passiert? Wer wurde unterdrückt? Wer war der Unterdrücker? Was machte es dem Protagonisten schwer, die Situation zu ändern? Welche Emotionen habt ihr beobachtet? Welche Machtdynamiken waren im Spiel? Diese kritische Analyse bereitet die Teilnehmenden auf fundierte Interventionen vor.
4. Zweite Aufführung mit Interventionen aus dem Publikum (40 Minuten):
Die Szene wird noch einmal von Anfang an gespielt. Der Joker lädt die Zuschauer-Schauspieler (das Publikum) ein, jederzeit „STOP!“ zu rufen und in die Szene einzusteigen, um anstelle des Protagonisten einen anderen Ansatz zu versuchen. Der Joker sollte auch bereit sein, bei Bedarf das erste „STOP!“ zu rufen, um die Beteiligung zu fördern, bis sich das Publikum wohl dabei fühlt, einzusteigen und sich einzubringen.
Wichtige Regeln:
- Zuschauer-Darsteller dürfen nur die unterdrückte Figur oder die neutralen Darsteller ersetzen, nicht den Unterdrücker (wir können nur uns selbst ändern, nicht andere zur Änderung zwingen)
- Die Darsteller bleiben in ihrer Rolle und leisten realistischen Widerstand – keine leichten Siege
- Der Joker unterbricht Interventionen, die „magische“ oder unrealistische Lösungen darstellen (kein Superman, der aus dem Nichts auftaucht!).
- Mehrere Teilnehmende sollten verschiedene Ansätze ausprobieren
- Nach jeder Intervention (3–5 Minuten) kurz besprechen: Was hat funktioniert? Was nicht? Warum? Was könnte als Nächstes passieren?
- Ermutigt dazu, auf früheren Interventionen aufzubauen

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Welche Strategien haben bei den Interventionen am besten funktioniert? Welche haben nicht funktioniert? Warum?
- Wie hat es sich angefühlt, einzugreifen und auf der Bühne zu stehen, um etwas zu verändern?
- Auf welche Situationen im echten Leben lässt sich diese Geschichte übertragen?
- Welche Hindernisse gibt es, um die Realität, die wir gesehen haben, zu verändern?
- Welche Unterstützung, welche Materialien oder welche Solidarität würden die Menschen brauchen?
- Was hat dich während der Interventionen überrascht?
- Wie können wir diese Übungen ins echte Leben übertragen?
- Was hat dieser Prozess über kollektives Handeln im Vergleich zu individuellem Heldentum gelehrt?
Bewertungskriterien:
Beobachte und bewerte den Grad des Engagements der Teilnehmenden und ihre Bereitschaft, einzugreifen, die Qualität und den Realismus der vorgeschlagenen Interventionen, die Tiefe der kritischen Reflexion über Machtdynamiken, die Fähigkeit zu analysieren, warum bestimmte Strategien funktionieren oder nicht funktionieren, die Zunahme des Selbstvertrauens im Laufe der Einheit, die Fähigkeit der Gruppe, gemeinsam auf den Ideen der anderen aufzubauen, sowie das Verständnis für den Unterschied zwischen individuellen und systemischen Lösungen.
Moderationstipps:
- Wähle Szenarien, die direkt mit den Lebenserfahrungen der Teilnehmenden zu tun haben – Authentizität ist entscheidend
- Halte die anfängliche Anti-Modell-Szene kurz (maximal 5–7 Minuten), um die Energie aufrechtzuerhalten
- Der Joker muss wirklich neutral bleiben – widerstehe dem Drang, deine Lösungen oder Ideologie aufzuzwingen
- Ermutige die Darsteller, realistischen Widerstand zu leisten und in ihrer Rolle zu bleiben, statt zu leicht nachzugeben
- Schaffe Raum für ruhigere Teilnehmende – lade sie gezielt ein, aber setze sie nicht unter Druck.
- Wenn eine Intervention offensichtlich nicht funktioniert, kann der Joker innehalten und die Gruppe fragen: „Was passiert hier gerade? Warum funktioniert diese Strategie nicht? Was ist das Hindernis?“
- Halte Interventionen und Erkenntnisse auf einem Flipchart fest, damit ihr später darauf zurückgreifen und Maßnahmen planen könnt (siehe „Legislatives Theater“ unter „Variationen“)
- Schaffe vor Beginn ein Klima der psychologischen Sicherheit – die Teilnehmenden sollten wissen, dass sie sich auch dafür entscheiden können, nur zu beobachten
- Erwäge, die Teilnehmenden in nachfolgenden Einheiten eigene Anti-Modell-Szenen auf der Grundlage ihrer realen Erfahrungen entwickeln zu lassen
- Sei auf emotionale Reaktionen vorbereitet – Unterdrückung ist real und persönlich
- Verbinde das Forumtheater gegebenenfalls mit konkreten Organisationsstrategien

Variationen und Anpassungen:
- Themenspezifisches Forumtheater: Widme eine ganze Einheit einem bestimmten Thema (Gruppenzwang, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Familienkonflikte, Wohnrecht)
- Gemeinschaftsforumtheater: Lade Mitglieder aus der breiteren Gemeinschaft zum Zuschauen und Mitmachen ein, nicht nur die Stammgruppe
- Legislativtheater: Trage die erfolgreichsten Lösungen aus dem Forumtheater den politischen Entscheidungsträgern vor (siehe separate Aktivität „Legislativtheater“)
- Von Jugendlichen entwickelte Szenen: Nachdem die Teilnehmenden die Methode gelernt haben, entwickeln sie Anti-Modell-Szenen aus ihren eigenen realen Erfahrungen
- Mehrszenen-Forum: Präsentiere in einer Einheit mehrere kurze Szenen zu verwandten Themen, um Vergleiche zu ermöglichen
- Forumtheater mit Profischauspielern: Kombiniere ausgebildete Schauspieler mit Teilnehmenden aus der Gemeinde für ausgefeiltere Darbietungen
- Regenbogen des Forums: Nutze das Forumtheater, um nicht nur äußere Unterdrückung, sondern auch innere Konflikte und Widersprüche zu erforschen

Disclaimer:
Manche Themen, die im Forumtheater behandelt werden, können schwierige Gefühle oder traumatische Erinnerungen auslösen. Legt zu Beginn jeder Einheit klare Sicherheitsvereinbarungen fest. Alle Teilnehmenden haben jederzeit das Recht, nur zu beobachten, anstatt aktiv mitzumachen. Führt nach Einheiten, in denen sensible Themen wie Gewalt, Diskriminierung oder Missbrauch behandelt wurden, ein ausführliches Nachgespräch durch. Sei darauf vorbereitet, emotionale Unterstützung zu leisten oder an Profis zu verweisen, falls Teilnehmende in Bedrängnis geraten. Sorge dafür, dass der Raum vertraulich und respektvoll ist – was im Forumtheater geteilt wird, sollte im Raum bleiben, es sei denn, die Teilnehmenden entscheiden sich dafür, öffentlich zu handeln. Der Joker/die Moderator*in sollte in Moderationstechniken geschult sein und idealerweise über Kenntnisse in traumainformierter Praxis verfügen. Denk daran, dass das Forumtheater echten Schmerz und echte Konflikte an die Oberfläche bringen kann – gehe mit den Erfahrungen der Teilnehmenden behutsam und respektvoll um.
Theatre activities
Nothing found.

Contact
Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.
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Improvisation Theatre — “Yes, and…”
Improvisationstheater – „Ja, und…“
Durch eine Abfolge von strukturierten Spielen und Übungen entwickeln die Teilnehmenden spontan Szenen, Figuren und Geschichten – ohne Drehbuch, ohne Probe und ohne vorgegebene „richtige“ Antwort. Diese Übung stärkt das Vertrauen, fördert schnelles Denken und die Zusammenarbeit, indem sie die Teilnehmenden darin schult, die Ideen ihrer Partner anzunehmen und spontan darauf zu reagieren.


THEMA
Spontaneität, Kreativität und Vertrauen

SCHWIERIGKEIT
Anfänger bis Fortgeschrittene (Anpassbar)

GRUPPENGRÖßE
8–25 Teilnehmende

AGE
16+

DAUER
60-90 Minuten
Ziele
- Selbstvertrauen und Spontaneität stärken
- Fähigkeiten zum aktiven Zuhören und zur Teamarbeit entwickeln
- Kreativität und schnelles Denken fördern
- Ein unterstützendes Umfeld schaffen, in dem man Risiken eingehen kann
- Das „Ja, und“-Denken im Alltag üben
Material
- Freier Raum mit freiem Boden
- Optional: einfache Requisiten, Stühle, Tücher
- Optional: Stichwortkarten mit Szenarien
- Optional: Musikabspielgerät
Überblick
Bei der Improvisation geht es darum, spontan und ohne Drehbuch Szenen, Figuren und Geschichten zu entwickeln. Die Prinzipien der Improvisation basieren auf den Improvisationsspielen von Viola Spolin und Keith Johnstones Konzepten von Status und Spontaneität. Improvisation fördert Vertrauen, Kreativität und Zusammenarbeit durch strukturierte Spiele und Übungen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung (10 Min.):
Stell die goldenen Regeln der Improvisation vor: Nimm an, was dein Partner vorschlägt („Ja“), und baue darauf auf („und“). Anstatt Ideen zu blockieren oder „Nein“ zu sagen, fügst du etwas Neues hinzu, damit die Szene in Bewegung bleibt und die Zusammenarbeit funktioniert. Betone, wie wichtig es ist, deinen Partner gut dastehen zu lassen, indem du ihm Unterstützung und Zusammenarbeit anbietest. Betone, dass es bei der Improvisation keine Fehler gibt, sondern nur Chancen, und dass man alles kreativ nutzen kann. Unterstreiche, wie wichtig es ist, sich voll und ganz einzubringen, da halbherzige Teilnahme die Energie und den Spaß an der Aktivität einschränkt. Vermittele die Idee, dass die Gruppe gemeinsam lernt, sich gegenseitig unterstützt und dass das Erleben von Misserfolgen ein wertvoller Teil des Prozesses ist.
Du kannst diese Punkte auch als einfache Liste für die Teilnehmenden zusammenfassen:
- Sag „Ja, und…“
- Unterstütze deinen Partner und lass ihn gut dastehen
- Es gibt keine Fehler, nur Chancen
- Sei präsent und voll dabei
- Hör zu und reagiere, plane nicht voraus
- Genieße den Prozess und geh Risiken ein
2. Aufwärmspiele (20 Minuten):
Für das Aufwärmen kann der*die Moderator*in geeignete Übungen aus dem zusätzlichen Kapitel am Ende der Toolbox auswählen und dabei je nach den Bedürfnissen der Gruppe Aktivitäten wählen, die Konzentration, Verbundenheit und die Energie der Gruppe fördern.
3. Hauptaktivitäten (je nach Niveau der Gruppe auswählen):
Übungen für Anfänger (20–30 Minuten):
Macht „One-Word-Story“: Die Teilnehmenden stehen oder sitzen im Kreis. Gemeinsam erfinden sie eine Geschichte, indem sie reihum jeweils ein Wort sagen. Jeder fügt nur ein Wort hinzu, wenn er an der Reihe ist. Das Ziel ist es, eine zusammenhängende Geschichte zu entwickeln und dabei aktives Zuhören zu üben, im Hier und Jetzt zu bleiben und das anzunehmen, was andere einbringen („Ja, und…“). Ermutige die Teilnehmenden, nicht zu viel nachzudenken und den Fluss aufrechtzuerhalten.
Spielt „Freeze Tag“: Zwei Teilnehmende beginnen, eine kurze Szene zu improvisieren. Jederzeit kann jemand aus dem Publikum „Freeze!“ rufen, und die beiden Darsteller müssen genau in ihrer Position stehen bleiben. Die neue Person tippt einen der Darsteller an, nimmt dessen Platz ein, behält die gleiche Körperhaltung bei und beginnt eine völlig neue Szene, inspiriert von dieser Pose. Diese Übung hilft den Teilnehmenden, kreativ zu denken und schnell zu reagieren.
Probiert „Conducted Story“ aus: Der*die Moderator*in fungiert als Dirigent, zeigt auf verschiedene Teilnehmende, die dann die Geschichte fortsetzen. Die Teilnehmenden dürfen nur sprechen, wenn der*die Moderator*in auf sie zeigt, und müssen aufhören, wenn der*die Moderator*in weitergeht. Das fördert Konzentration, schnelles Denken und Zusammenarbeit, da die Geschichte gemeinsam auf unvorhersehbare Weise entsteht.
Beende die Runde mit „Emotional Replay“: Zwei oder mehr Teilnehmende improvisieren eine einfache Szene. Nach kurzer Zeit unterbricht der*die Moderator*in sie und bittet sie, dieselbe Szene noch einmal zu spielen, jedoch mit einer anderen Emotion (z. B. Freude, Wut, Angst, Aufregung). Die Situation bleibt dieselbe, aber der emotionale Ton ändert sich. Das hilft den Teilnehmenden zu erkunden, wie Emotionen Kommunikation und Verhalten beeinflussen.
Übungen für Fortgeschrittene (20–30 Minuten):
Führe „Party Quirks“ ein, bei dem ein Teilnehmender eine Party veranstaltet und die Gäste mit geheimen Charakteren oder Verhaltensweisen ankommen, die der Gastgeber erraten muss. Spielt „Slide Show“, bei der eine Geschichte auf der Grundlage von imaginären Urlaubsfotos entsteht, mit einem Erzähler und anderen, die als Bilder posieren. Nutze ein „Expertenpanel“, bei dem Teilnehmende als Experten auftreten und Fragen des Publikums zu erfundenen Themen beantworten. Probiert „Character Swap“ aus, bei dem zwei Figuren in einer Szene nach und nach ihre Persönlichkeiten tauschen. Bezieht Requisiten mit ein und ermutigt die Teilnehmenden, einen zufälligen Gegenstand in so viele verschiedene Dinge wie möglich zu verwandeln.
Fortgeschrittene Übungen (20–30 Minuten):
Moderiert „Long Form Improv“ und entwickelt aus einem einzigen Vorschlag eine ausgedehnte, improvisierte Geschichte von 10–15 Minuten. Führt „Harold“ ein, eine strukturierte Long-Form-Übung mit wiederkehrenden Themen und Callbacks. Nutze „Monolog-Szene“, bei der ein Teilnehmender eine wahre persönliche Geschichte erzählt und die anderen davon inspirierte Szenen improvisieren. Entdecke „Status-Spiele“, bei denen es um Machtdynamiken durch Charaktere mit hohem und niedrigem Status geht.
4. Ausklang und Reflexion (10 Minuten):
Beende die Einheit mit einer sanften Ausklang-Aktivität, gefolgt von einer gemeinsamen Reflexion. Ermutige die Teilnehmenden, zu erzählen, wie sie sich fühlen, was sie gelernt haben und was sie als Herausforderung oder als Spaß empfinden.

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Was war bei „Ja, und“ eine Herausforderung?
- Wann hast du dich am kreativsten gefühlt? Und wann am meisten festgefahren?
- Wie hat dir die Unterstützung der Gruppe geholfen?
- Was hat dich überrascht?
- Inwiefern lässt sich Improvisation auf Situationen im echten Leben übertragen?
- Was hast du über dich selbst entdeckt?
- Wie können wir „Ja, und“ außerhalb des Theaters anwenden?
Bewertung:
Beobachte die Entwicklung von Spontaneität, Zuhörfähigkeit, Risikobereitschaft, Unterstützung durch andere, Kreativität und Selbstvertrauen.
Moderationstipps:
- Fang einfach an und steigere die Komplexität schrittweise
- Feiere Misserfolge als Lernchancen
- Gib während der Spiele Tipps, ohne den Spielfluss zu unterbrechen
- Halte die Energie hoch und positiv
- Wenn eine Szene ins Stocken gerät, passe sie an und fang neu an
- Konzentriere dich auf den Prozess, nicht auf die Qualität der Darbietung
- Passe den Schwierigkeitsgrad an das Selbstvertrauen der Gruppe an
- Lade ruhigere Teilnehmende ein, ohne Druck auszuüben
- Zeige selbst Verletzlichkeit und Verspieltheit
- Nenne konkret gute Entscheidungen, die du beobachtest

Variationen und Anpassungen:
- Musikalische Improvisation: Füge Szenen spontan Lieder hinzu
- Requisiten-Improvisation: Verwende zufällige Gegenstände
- Stille Improvisation: Keine Worte, nur körperlicher Ausdruck
- Kulturelle Improvisation: Entdecke verschiedene Theaterstile
- Therapeutische Improvisation: Nutze sie zum Ausdruck von Emotionen und zur Konfliktlösung
- Genre-Improvisation: Horror, Romantik, Sci-Fi
- Wettkampf-Improvisation: Theatresports-Format mit Teams

Disclaimer:
Improvisation kann einem ein Gefühl der Verletzlichkeit vermitteln, besonders am Anfang. Legt klare Grenzen in Bezug auf die Inhalte fest – vermeidet unangemessene Themen. Übt niemals Druck auf zögerliche Teilnehmende aus – lasst ihnen die Möglichkeit, nur zuzuschauen. Manche Menschen brauchen Zeit, um sich einzugewöhnen. Wenn sich jemand unwohl fühlt, kann er zuschauen, Ideen vorschlagen oder Rollen wählen, bei denen er sich weniger bloßstellen muss. Respektiert unterschiedliche Komfortzonen in Bezug auf Spontaneität und körperlichen Ausdruck.
Theatre activities
Nothing found.

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A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
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The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).
Shadow Theatre — Silhouette stories
Schattentheater – Geschichten in Silhouetten
Die Teilnehmenden basteln einfache Silhouettenpuppen und führen hinter einer durchscheinenden, beleuchteten Leinwand kurze Geschichten auf, wobei sie mit Schatten, Bewegung und Geräuschen Bedeutung vermitteln. Diese Form ist ideal für Teilnehmende, die sich auf der Bühne nicht wohlfühlen, wenn sie körperlich sichtbar sind – hier dürfen Fantasie und Stimme den Ton angeben.


THEMA
Geschichtenerzählen durch Licht und Schatten

SCHWIERIGKEIT
Anfänger bis Mittel

GRUPPENGRÖßE
5-20 Teilnehmende

ALTER
16+

DAUER
2–3 Stunden (oder mehrere Einheiten)
Ziele
- Fähigkeiten im Geschichtenerzählen und in der Erzählkunst entwickeln
- Visuelle und kinästhetische Kreativität entdecken
- Zusammenarbeit und Teamwork fördern
- Eine für alle Leistungsstufen zugängliche Aufführung gestalten
- Sich mit alten kulturellen Traditionen verbinden
Material
- Weißes Tuch oder durchscheinende Leinwand (straff gespannt)
- Eine Lichtquelle wie ein Tageslichtprojektor, eine Lampe oder eine Taschenlampe
- Pappe, schwarzes Papier oder Recyclingmaterialien
- Schere, Klebeband, Kleber, Eisstiele oder Draht
- Filzstifte und Malutensilien
Überblick
Beim Schattenspiel werden Licht, eine Leinwand und Silhouetten genutzt, um Geschichten zu erzählen. Die Teilnehmenden basteln Schattenfiguren und führen diese hinter einer durchscheinenden Leinwand auf, wodurch die Geschichten durch die Schatten sichtbar werden. Diese uralte Kunstform hat ihren Ursprung vor über 2000 Jahren in China/Indien. Einfach zugänglich, kreativ, magisch.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung (15 Min.):
Stell die Geschichte des Schattentheaters vor. Erkläre, dass es vor über 2.000 Jahren in China und Indien entstand, sich entlang der Seidenstraße verbreitete und in vielen Teilen der Welt zu einer kulturellen Tradition wurde. Erläutere das Grundprinzip, wie Schatten entstehen: eine Lichtquelle, ein Objekt und eine Leinwand. Zeige ein paar einfache Handschatten. Betone, dass das Geschichtenerzählen eher durch Formen und Bewegungen als durch Worte erfolgt.
2. Aufwärmphase (20 Min.):
Für diesen Teil kann der*die Moderator*in relevante Aktivitäten rund um Schatten aus dem Zusatzkapitel am Ende der Toolbox auswählen (z. B. Schattenerkundung, Experimente mit der Größe, Formenraten oder gemeinsame Schattenkompositionen), um den Teilnehmenden zu helfen, die Grundprinzipien der Schattenbildung zu verstehen und Kreativität sowie die Interaktion in der Gruppe zu fördern.
3. Einheit 1: Puppenbau (60–90 Min.):
Wähle gemeinsam mit den Teilnehmenden eine Geschichte aus oder denke dir eine aus. Das kann ein Volksmärchen, eine persönliche Erfahrung oder eine von der Gruppe entwickelte eigene Geschichte sein. Ermutige die Teilnehmenden, einfache Figuren mit klaren, markanten Silhouetten zu entwerfen. Zeichne die Figuren auf Karton oder schwarzes Papier und schneide sie sorgfältig aus – hilf dabei, wo nötig. Füge nach Belieben bewegliche Elemente wie Arme oder Beine hinzu, um die Puppen ausdrucksstärker zu machen. Befestige die Puppen an Stäben oder Drahtgriffen und teste sie vor der Leinwand, wobei du Zeit für Anpassungen einplanst. Füge mit Filzstiften einfache Details hinzu, wobei der Fokus darauf liegen sollte, klare, erkennbare Silhouetten beizubehalten.
Einheit 2: Geschichtenentwicklung und Probe (60 Minuten)
Leite die Gruppe bei der Strukturierung der Geschichte an, indem du Anfang, Mitte und Ende klar definierst. Übt die Puppenführung und achtet dabei auf flüssige und koordinierte Bewegungen. Ergänzt die Aufführung mit Erzählung, Dialogen oder Musik. Experimentiert mit Schatteneffekten wie Überlagerungen, Größenveränderungen und dem Ein- und Ausblenden von Figuren. Probt Szenenübergänge und verteilt klare Rollen innerhalb der Gruppe, darunter Puppenspieler, Erzähler und Verantwortliche für Soundeffekte. Unterstützt die Gruppe dabei, technische Probleme wie Beleuchtungsanpassungen oder verhedderte Puppen zu erkennen und zu lösen.
Einheit 3: Aufführung (30–45 Minuten)
Baue die Leinwand und die Beleuchtung so auf, dass klare und wirkungsvolle Schatten entstehen. Positioniere die Darsteller hinter der Leinwand und das Publikum davor. Führe die Schattentheateraufführung durch und wende dabei alle Fähigkeiten an, die ihr während der Probe geübt habt. Halte nach der Aufführung eine kurze Frage-und-Antwort-Runde ab, um die Interaktion und die Reflexion über die Geschichte und den kreativen Prozess zu fördern.

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Wie haben die Schatten eure Erzählweise verändert?
- Was war bei der Aufführung eine Herausforderung?
- Was hat die Schatten interessant oder ausdrucksstark gemacht?
- Wie hat die Zusammenarbeit funktioniert?
- Was würdet ihr beim nächsten Mal anders machen?
- Welche Geschichten sind wichtig zu erzählen?
Bewertung:
Beobachte Kreativität, die Entwicklung technischer Fähigkeiten, Zusammenarbeit, Problemlösung und Selbstvertrauen bei der Aufführung.
Moderationstipps:
- Teste die Beleuchtung vor der Vorstellung (Winkel, Abstand, Helligkeit)
- Erinner die Puppenspieler daran: Das Publikum sieht Schatten, nicht euch!
- Nutze Musik oder Soundeffekte, um die Geschichte zu untermalen.
- Übe flüssige Bewegungen – ruckartige Bewegungen lenken ab
- Ziehe in Betracht, Erzähler und Puppenspieler getrennt einzusetzen
- Sicherheit: Haltet die Hände von heißen Lampen fern
- Respektiere die kulturellen Wurzeln und die Vielfalt der Schattentheatertraditionen
- Lass Fehler und Experimente zu – so lernt man
- Gib klare technische Anleitungen und visuelle Hilfen (wenn möglich): Erkläre, wo sich die Puppenspieler positionieren sollen (z. B. hinter einer undurchsichtigen Barriere oder unterhalb der Leinwand), wie die Silhouetten bewegt werden (mit Stäben, Draht usw.) und aus welchem Winkel (von unten, von der Seite usw.), damit die Teilnehmenden besser verstehen, wie der Aufbau in der Praxis funktioniert

Variationen und Anpassungen:
- Schattenbilder mit dem Tageslichtprojektor: Verwende Folien, Ausschnitte und farbige Filter
- Körperschatten: Führe die Darbietung mit Körpern statt mit Puppen auf
- Mixed Media: Kombiniere Puppen, Körperschatten und Fundstücke
- Stilles Geschichtenerzählen: Keine Worte, nur Bewegung und Musik
- Kulturelle Erkundung: Recherchiere Traditionen des Schattentheaters (Wayang Kulit aus Indonesien, Karagöz aus der Türkei, chinesische Schattenoper)
- Farbschatten: Verwende farbige Filter oder Folien
- Mehrere Leinwände: Verwende mehrere Leinwände für komplexe Geschichten

Disclaimer:
Beaufsichtige die Verwendung von Scheren und Schneidewerkzeugen. Halte alle Teilnehmenden von heißen Lichtquellen fern – es besteht ernsthafte Verbrennungsgefahr. Sorge für ausreichende Belüftung, wenn du heiße Lichtquellen über einen längeren Zeitraum verwendest. Respektiere die kulturellen Wurzeln der Schattentheatertraditionen – würdige und ehre das asiatische Erbe dieser Kunstform.
Theatre activities
Nothing found.

Contact
Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
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Labyrinth Theatre
Labyrinth-Theater
Alle Teilnehmenden gehen allein (oder in ganz kleinen Gruppen) durch eine Abfolge von umgestalteten Räumen (drinnen oder draußen), wo sie auf Schauspieler, Objekte und sorgfältig arrangierte Sinnesreize treffen. Die Performance findet eher durch das persönliche Erleben statt als auf einer Bühne, wodurch jeder Teilnehmende zum Protagonisten seiner eigenen Reise wird.


THEMA
Sinneserkundung, Selbstreflexion, Initiation, Wahrnehmung und persönliche Sinnstiftung durch immersives Theater.

SCHWIERIGKEIT
Fortgeschrittene

GRUPPENGRÖßE
10-25 Teilnehmende + Publikum

ALTER
16+

DAUER
90–120 Minuten, kann aber auch als großes Event über mehrere Tage hinweg stattfinden
Ziele
- Die Teilnehmenden aus ihrer alltäglichen Wahrnehmung und ihrem gewohnten Denkmuster herausholen.
- Ein tiefes sensorisches Bewusstsein und körperliche Erfahrungen anregen.
- Zum persönlichen Erzählen und zur inneren Reflexion anregen.
- Themen wie Identität, Vertrauen, Entscheidungsfreiheit und Veränderung erkunden.
- Sinnvolle, individuelle Lernerfahrungen schaffen, die über verbale Erklärungen hinausgehen.
Material
- Nicht-Theater-Räume (Zimmer, Flure, Wälder, Wege im Freien)
- Einfache Bühnenbildelemente und symbolische Objekte
- Augenbinden, Stoffe, strukturierte Materialien
- Lichtquellen (gedämpftes Licht, Kerzen, LEDs)
- Klangelemente (Stimmen, Umgebungsgeräusche, Musik)
Überblick
Das Labyrinth-Theater ist eine interaktive, ortsspezifische und kontextorientierte Theaterform, bei der jede*r Teilnehmende die Aufführung individuell erlebt. Anstelle einer traditionellen Bühne findet die Aufführung in nicht-theatralischen Räumen (drinnen oder draußen) statt, die in einen festgelegten Parcours oder Rundgang verwandelt werden. Die Teilnehmenden bewegen sich einzeln oder in kleinen Gruppen durch eine Abfolge von Räumen und Begegnungen und treten dabei direkt mit Schauspielern, Objekten und Sinnesreizen in Kontakt.
Das Sensory Labyrinth Theatre (SLT) ist eine spezielle Weiterentwicklung dieser Methode, die vom Theatr Cynefin (Nordwales, Großbritannien) entwickelt wurde und von der Arbeit des kolumbianischen Theaterregisseurs Enrique Vargas aus den frühen 1990er Jahren inspiriert ist. Im Laufe der Zeit wurde die Methode von verschiedenen Organisationen in ganz Europa, darunter BIVEDA und Epsilon III, weiterentwickelt und an unterschiedliche kulturelle und pädagogische Kontexte angepasst.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Zweck und Thema festlegen:
Einigt euch auf das Hauptthema des Labyrinths (z. B. Identität, Vertrauen, Inklusion, Lebensentscheidungen, Erinnerung). Wählt 1–3 Schlüsselfragen aus, die die Teilnehmenden auf ihrer Reise begleiten sollen.
2. Wähle den Ort aus und lege die Route fest:
Wähle einen nicht-theatralischen Raum (drinnen oder draußen), der sicher in eine festgelegte Route umgestaltet werden kann. Lege eine klare Abfolge von „Treffpunkten“ (Stationen) fest und entscheide, in welcher Reihenfolge die Teilnehmenden diese erleben sollen.
3. Gestalte die Stationen und Begegnungen:
Erstelle für jede Station kurze Szenen oder Interaktionen. Entscheide, was jede Begegnung hervorrufen soll (Emotion, Reflexion, Entscheidung, sensorischer Fokus). Halte die Begegnungen einfach, klar und im Einklang mit der Gesamtdramaturgie.
4. Plane sensorische Elemente und Hilfsmittel zur Desorientierung:
Entscheide, wie die Sinne eingeschränkt werden (oft durch Einschränkung des Sehvermögens) und welche Hilfsmittel eingesetzt werden (Dunkelheit, Augenbinden, akustische Signale, taktile Objekte, Geruch, Temperatur). Achte darauf, dass diese Elemente sinnvoll sind und nicht überwältigend wirken.
5. Schaffe die Schwelle und den Wartebereich:
Richte eine „Wartezone“ ein, in der die Teilnehmenden ankommen und sich von der Alltagsrealität lösen. Gestalte einen eindringlichen Schwellenmoment, der den Eintritt in die Labyrinthwelt signalisiert (z. B. eine rituelle Einweisung, ein geheimnisvoller Ruf, ein geführter Einlass oder ein symbolisches Objekt).
6. Rollen zuweisen und das Team einweisen:
Bestimme einen Moderator*in, der*die den Zeitablauf und den Fluss der Teilnehmenden steuert. Weise jeder Station Akteure/Moderatoren zu und kläre deren Rolle, Grenzen und den emotionalen Ton, den sie annehmen sollen. Weise das gesamte Team in Sachen Sicherheit, Einwilligung und den Umgang mit Reaktionen der Teilnehmenden ein.
7. Bereite Szenografie, Requisiten, Ton und Beleuchtung vor:
Richte jede Station mit minimalen, aber bewusst ausgewählten Materialien ein. Teste Beleuchtung und Lautstärke, um eine stimmige Atmosphäre und sichere Bewegungsabläufe zu gewährleisten. Verwende symbolische Objekte, die zur Interpretation einladen, anstatt die Bedeutung direkt zu erklären (zum Beispiel kann ein Seil Einschränkung oder Verbindung darstellen, ein Spiegel kann zur Selbstreflexion anregen, ein Stuhl kann zu einem Ort des Wartens oder der Autorität werden, oder ein Stück Stoff kann ein Gefühl von Schutz oder Übergang erzeugen).
Es kann auch hilfreich sein, ein paar konkrete Elemente einzubauen, um das Erlebnis zu lenken. Zum Beispiel lässt sich eine Rolle durch eine einfache Handlung, einen kurzen Satz, eine wiederholte Bewegung oder eine kleine Interaktion mit den Teilnehmenden aufbauen.
Du kannst auch verschiedene Möglichkeiten ausprobieren, die Sinne anzusprechen, wie zum Beispiel das Sehvermögen einzuschränken (z. B. mit einer Augenbinde) oder mit Tastsinn, Geräuschen oder Gerüchen zu arbeiten – je nachdem, welche Atmosphäre du schaffen möchtest.
8. Führe einen vollständigen Testdurchlauf durch:
Mache mindestens eine komplette Probe mit dem Team. Überprüfe das Timing, die Übergänge, die Verständlichkeit der Anweisungen und die emotionale Intensität jeder Station. Bitte gehe auf alle Sicherheitsbedenken ein, wie Hindernisse, rutschige Böden oder unklare Wegbeschreibungen.
9. Informiere das Publikum vor dem Betreten:
Erkläre den Ablauf in einfachen Worten. Betone Einwilligung, Vertraulichkeit und das Recht, jederzeit eine Pause einzulegen oder aufzuhören. Frage nach Allergien, Mobilitätseinschränkungen, sensorischen Empfindlichkeiten oder allem, was die Sicherheit beeinträchtigen könnte.
10. Beginne die Reise (Einlass der Teilnehmenden einzeln):
Schicke die Teilnehmenden (das Publikum) einzeln (oder in kleinen Gruppen) ins Labyrinth, normalerweise alle 5–10 Minuten. Halte den Fluss gleichmäßig, damit sich die Teilnehmenden im Inneren nicht begegnen.
11. Achte während der Erfahrung auf einen gleichmäßigen Ablauf und emotionale Sicherheit:
Der*die Moderator*in überwacht Zeit und Abstände. Die Schauspieler an den Stationen passen sich alen Teilnehmenden an, bleiben dabei aber innerhalb der vereinbarten Grenzen. Halte eine Person als emotionale Unterstützung bereit, falls ein Teilnehmender eine Pause braucht oder das Labyrinth verlassen muss.
12. Beende die Erfahrung und leite den Ausklang ein:
Sorge für eine klare Abschlussstation oder ein Abschlussritual, das den Teilnehmenden hilft, in die normale Realität zurückzukehren. Biete Wasser, einen ruhigen Ort und Zeit zum Besinnen an, bevor die Gruppendiskussion beginnt.
13. Moderiert die Nachbesprechung und Reflexion:
Führt eine strukturierte Reflexion mit offenen Fragen durch. Bietet verschiedene Möglichkeiten zur Reflexion an: Sprechen, Schreiben, Zeichnen und stille Reflexion. Ermutigt die Teilnehmenden, nur das zu teilen, womit sie sich wohlfühlen.
14. Sammelt Feedback und dokumentiert die Erkenntnisse:
Sammelt kurzes schriftliches Feedback oder führt eine kurze Bewertungsrunde durch. Dokumentiert die Beobachtungen der Moderator*innen und Schauspieler*innen (was gut funktioniert hat, was herausfordernd war und was beim nächsten Mal angepasst werden sollte).

Nachbesprechung und Bewertung:
Reflexion ist unerlässlich und sollte nach der Erfahrung stattfinden, entweder einzeln oder in der Gruppe. Die Teilnehmenden können sich mündlich äußern, schreiben, zeichnen oder schweigen. Zu den Leitfragen gehören:
- Was ist dir nach der Reise im Gedächtnis geblieben?
- Was hast du während der Erfahrung empfunden?
- Gab es einen Moment, der etwas aus deinem eigenen Leben widerspiegelte?
Bei der Auswertung geht es vor allem um die Tiefe des Engagements, die emotionale Wahrnehmung und die Fähigkeit, die Erfahrung mit persönlicher Bedeutung zu verknüpfen – und nicht um den verbalen Ausdruck.
Moderationstipps:
Bereite das Labyrinth sorgfältig vor und probiere den Ablauf im Voraus aus. Erkläre den Ablauf klar und deutlich und weise darauf hin, dass die Teilnehmenden jederzeit das Recht haben, anzuhalten. Sorge für eine sichere, ruhige Atmosphäre. Die Akteure sollten flexibel und einfühlsam bleiben, anstatt einem festen Drehbuch zu folgen. Stelle sicher, dass während der gesamten Erfahrung und danach emotionale Unterstützung zur Verfügung steht.

Varianten:
- Labyrinth drinnen oder draußen
- Eher theatralische oder eher auf die Sinne ausgerichtete Formate
- Einsatz von Audioführung statt Live-Darstellern
- Anpassung für Museen, Kulturerbestätten oder Bildungsräume
- Kürzere Versionen mit weniger Stationen und einem zentralen Thema

Disclaimer:
Das Labyrinth-Theater kann starke emotionale Reaktionen hervorrufen. Die Teilnahme muss freiwillig sein. Vermeide es, ohne angemessene Vorbereitung und Unterstützung Inhalte anzusprechen, die emotionale Reaktionen auslösen könnten. Achte jederzeit auf persönliche Grenzen, Vertraulichkeit und emotionale Sicherheit.
Theatre activities
Nothing found.

Contact
Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
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Inclusive Storytelling Circle — The Feeler
Inklusiver Erzählkreis – „The Feeler“
In Zweiergruppen erkunden die Teilnehmenden den Tastsinn und den Geruchssinn – wobei jeweils ein Sinn vorübergehend eingeschränkt ist –, um aus den Sinneseindrücken eine Figur und einen Schauplatz zu entwickeln, und arbeiten diese Elemente dann zu einer gemeinsamen Geschichte zusammen. Die Geschichte wird schließlich in einen Comic umgesetzt, der Fantasie, Zusammenarbeit und visuellen Ausdruck vereint.


THEMA
Sinneserfahrungen, Kreativität und gemeinsames Geschichtenerzählen.

SCHWIERIGKEIT
Anfänger

GRUPPENGRÖßE
8–30 Teilnehmende, aufgeteilt in Zweiergruppen.

ALTER
16+

DAUER
90–120 Minuten
Ziele
- Kreativität und Fantasie durch sensorische Erkundung anregen
- Fähigkeiten zum Geschichtenerzählen und zum Aufbau von Erzählungen entwickeln
- Zusammenarbeit, Kommunikation und Verhandlungsgeschick in Zweiergruppen fördern
- Das Bewusstsein dafür schärfen, wie verschiedene Sinne die Wahrnehmung und Bedeutung beeinflussen
- Selbstausdruck durch visuelle und narrative Formen unterstützen
Material
- Augenbinden (eine pro Paar)
- Eine Auswahl kleiner Gegenstände mit unterschiedlichen Texturen
- Duftstoffe oder Früchte (z. B. Zitrusfrüchte, Gewürze, Kräuter)
- Papier und Stifte zum Notieren
- Zeichenpapier oder Comic-Vorlagen
- Filzstifte, Bleistifte oder Buntstifte
Überblick
Beim „Storytelling“ sind die Teilnehmenden dazu eingeladen, in Zweiergruppen ihre Kreativität durch Tasten und Riechen zu entdecken. Indem sie jeweils einen Sinn vorübergehend ausschalten, erschaffen die Teilnehmenden anhand ihrer Sinneseindrücke eine Figur und einen Schauplatz. Diese Elemente werden dann durch Diskussion und Abstimmung zu einer gemeinsamen Geschichte zusammengefügt. Im letzten Schritt wird die Geschichte in einen Comic verwandelt, was das visuelle Erzählen und den Austausch in der Gruppe fördert. Die Aktivität fördert Zusammenarbeit, Fantasie und reflektiertes Lernen in einer sicheren und anregenden Umgebung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Gruppenbildung:
Teilt die große Gruppe der Teilnehmenden in Zweierpaare auf. Erklärt, dass es bei dieser Aktivität um Fantasie, sensorische Erkundung und gemeinsames Geschichtenerzählen geht.
2. Teil 1: Tasten und Charakterentwicklung – „The Feeler“-Aktivität:
Einem Teilnehmenden jedes Paares werden die Augen verbunden. Diese*r Teilnehmende bekommt einen Gegenstand, der in der Hand gehalten und ausschließlich mit dem Tastsinn erkundet werden soll. Während der Gegenstand gehalten wird, werden die folgenden Fragen beantwortet:
- Woraus besteht er deiner Meinung nach?
- Welche Farbe hat es deiner Meinung nach?
- Wenn es ein Mann oder eine Frau wäre, was wäre es?
- Gib ihm einen Namen.
- Wie alt ist es?
- Was macht es? Wo arbeitet es?
- Was sind seine Leidenschaften?
- Was mag es nicht?
- Überlege dir einen Satz, der sich immer wiederholt.
- Was möchte es erreichen?
Der zweite Teilnehmende, der keine Augenbinde trägt, schreibt alle Antworten auf ein Blatt Papier.
3. Teil 2: Geruch und Schaffung einer Kulisse – „Der Riechende“:
Nachdem alle Fragen des ersten Teils beantwortet sind, werden die Rollen getauscht. Den zweiten Teilnehmenden werden die Augen verbunden und er wird gebeten, verschiedene Düfte oder Früchte zu riechen. Anhand des Geruchs beantwortet er die folgenden Fragen:
- Gefällt dir der Geruch?
- Hast du das schon mal gerochen? Wo?
- Stell dir vor, du bist an einem Ort, der so riecht. Wo bist du?
- Wie sieht der Ort aus?
- Wer ist noch da?
- Was passiert gerade?
- Was machst du gerade?
- Wie fühlst du dich?
- Was würdest du gerne tun?
- Warum kannst du es nicht tun?
Alle Antworten werden vom Partner auf einem separaten Blatt Papier notiert.
4. Geschichtenerstellung und Abstimmung:
Sobald beide Fragenreihen beantwortet sind, wird das Paar aufgefordert, anhand der gesammelten Antworten eine gemeinsame Geschichte zu entwickeln. Die Teilnehmenden besprechen und verhandeln, welche Elemente sie einbeziehen möchten und wie die Figur und der Schauplatz miteinander verbunden sind. Das Ziel ist es, sich auf eine endgültige Version der Geschichte zu einigen, die beide Perspektiven vereint.
5. Comic-Erstellung und Präsentation:
Nachdem die Geschichte fertiggestellt ist, erstellen die Teilnehmenden einen Comic, der auf ihrer Erzählung basiert. Sie illustrieren Schlüsselmomente der Geschichte und konzentrieren sich dabei auf Figuren, Schauplatz und Emotionen. Sobald der Comic fertig ist, präsentiert jedes Paar seinen Comic der gesamten Gruppe und berichtet kurz über seinen kreativen Prozess.

Nachbesprechung und Bewertung:
Lade die Teilnehmenden ein, in einer Gruppendiskussion über die Aktivität nachzudenken. Nutze dabei Leitfragen wie:
- Wie hat es sich angefühlt, sich jeweils nur auf einen Sinn zu verlassen?
- Was war während der Aktivität herausfordernd oder überraschend?
- Wie habt ihr euch darauf geeinigt, welche Ideen in die endgültige Geschichte aufgenommen werden sollten?
- Was habt ihr über Zusammenarbeit und Kommunikation gelernt?
- Inwiefern hat die Umsetzung der Geschichte in einen Comic eure Sichtweise auf die Erzählung verändert?
Ermutigt die Teilnehmenden, sowohl emotionale Reaktionen als auch praktische Erkenntnisse zu teilen. Bewertet die Aktivität, indem ihr den Grad des Engagements, die Zusammenarbeit in den Zweiergruppen, die Kreativität beim Geschichtenerzählen und die Fähigkeit, abstrakte Ideen in eine visuelle Erzählung umzusetzen, beobachtet.
Moderationstipps:
- Erkläre die Anweisungen vor Beginn klar und deutlich, besonders die Teile, bei denen die Augen verbunden sind, damit sich die Teilnehmenden sicher und wohl fühlen.
- Wähle Gegenstände und Düfte aus, die neutral, vertraut und nicht auslösend sind.
- Beobachte die Paare während der Aktivität und biete Unterstützung an, wenn Teilnehmende nicht weiterkommen oder sich unsicher fühlen.
- Ermutige zu respektvollem Zuhören und gleichberechtigter Teilnahme innerhalb jedes Paares.
- Halte Zeithinweise gut sichtbar, damit die Teilnehmenden reibungslos von einer Phase zur nächsten übergehen können.
- Betone, dass es keine richtigen oder falschen Antworten gibt und dass Fantasie wichtiger ist als Realismus.

Variationen:
Passe die Aktivität für jüngere Teilnehmende an, indem du die Anzahl der Fragen reduzierst oder dich nur auf einen Sinn konzentrierst (Tastsinn oder Geruchssinn). Bei größeren Gruppen bildet ihr Dreierteams und fügt einen Beobachter hinzu, der beim Notieren und bei der Zeitnahme hilft. Ersetzt Gerüche durch Geräusche oder Texturen, um einen anderen sensorischen Schwerpunkt zu setzen. Anstelle eines Comics könnt ihr die Teilnehmenden dazu einladen, eine kurze Aufführung, ein Storyboard oder ein illustriertes Poster zu ihrer Geschichte zu erstellen. Die Aktivität lässt sich auch als Schreibübung nutzen, indem ihr die fertige Geschichte in einen kurzen Text oder ein Gedicht umwandelt.

Disclaimer:
Bei dieser Aktivität kommt es durch das Verbinden der Augen zu einer vorübergehenden sensorischen Einschränkung. Die Teilnahme sollte immer freiwillig sein, und die Teilnehmenden müssen sich frei fühlen, jederzeit aufzuhören. Vermeide starke, unbekannte oder potenziell allergieauslösende Düfte. Kläre im Vorfeld eindeutig, ob Allergien oder Überempfindlichkeiten vorliegen. Sorge für eine sichere Umgebung, indem du den Raum frei von Hindernissen hältst und alle Teilnehmenden mit verbundenen Augen jederzeit beaufsichtigst.
Theatre activities
Nothing found.

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Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
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Dropping the Balloon — Presence, desire, integration
Den Ballon fallen lassen – Präsenz, Sehnsucht, Integration
In drei aufeinander aufbauenden Phasen bewegen sich die Teilnehmenden von einer spielerischen Gruppenimprovisation mit einem imaginären Luftballon über persönliche Reflexion zu drei Fragen: Was willst du wirklich? Was hält dich davon ab? Was kannst du dagegen tun? – die anhand kurzer Szenen zu zweit erarbeitet werden – bis hin zu einer geführten Meditation. Der Bogen zwischen Spiel, Hinterfragung und Stille lässt Erkenntnisse an die Oberfläche kommen, ohne dass der Druck besteht, sie erklären zu müssen.


THEMA
Präsenz, Selbstbefragung und verkörperte Integration

SCHWIERIGKEIT
Mittel

GRUPPENGRÖßE
6-24 Teilnehmende

ALTER
16 +

DAUER
90–120 Minuten
Ziele
- Präsenz, Spontaneität und kreatives Spiel innerhalb der Gruppe fördern
- Die Teilnehmenden dabei unterstützen, durch körperorientierte Theatermethoden persönliche Wünsche, Hindernisse und mögliche Handlungsweisen erkunden
- Reflexion und Selbstwahrnehmung durch erfahrungsorientiertes Lernen anregen
- Einen sicheren Raum für Ausdruck und Experimente ohne Wertung schaffen
- Die Erfahrung durch eine geführte Meditation zu verarbeiten, um emotionale Erdung und einen Abschluss zu fördern
Material
- Genügend Platz zum Bewegen;
- Papier und Stifte für jede Teilnehmende;
- Optional echte Luftballons (als Barrierefreiheits-Alternative für Phase 1);
- Optional leise Hintergrundmusik und eine bequeme Unterlage (Yogamatten, Decken) für Phase 3.
Überblick
Eine dreiteilige, eigenständige Aktivität, die die Teilnehmenden von körperlicher Spontaneität über persönliche Selbstreflexion auf der Grundlage der Transaktionsanalyse hin zu kontemplativer Integration führt. In Phase 1 wird eine spielerische Übung mit imaginären Luftballons (angelehnt an Improvisation und Bildtheater) genutzt, um Präsenz, Kreativität und Gruppenbewusstsein zu stärken. In Phase 2 sind die Teilnehmenden eingeladen, sich mit drei Leitfragen auseinanderzusetzen – Was willst du wirklich? Was hält dich davon ab? Was kannst du dagegen tun? – zunächst schriftlich und anschließend in kurzen theatralischen Szenen zu zweit. Phase 3 endet mit einer geführten Meditation, in der der Körper das integrieren kann, was durch das Spiel und die Selbstreflexion an die Oberfläche gekommen ist. Der Bogen von Spiel → Selbstreflexion → Stille ist selbst die Methode.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
Phase 1 – Der Ballon (20–30 Minuten)
Begrüße die Teilnehmenden und erkläre kurz den Ablauf der Einheit: Spiel → Erkundung → Stille. Betone, dass jede Phase freiwillig ist und dass die Teilnehmenden jederzeit aussteigen können.
- Lade die Teilnehmenden ein, sich auf einer freien Fläche aufzustellen. Bitte sie, kurz die Augen zu schließen und sich vorzustellen, sie hielten einen entleerten Ballon in der Hand. Sie sollen pantomimisch darstellen, wie sie ihn aufheben, aufblasen und ihm eine bestimmte Größe, Farbe und Form geben.
- Jede*r Teilnehmende bläst seinen imaginären Ballon auf und stellt ihn einem Partner oder der Gruppe vor – Farbe, Größe, Beschaffenheit, Persönlichkeit. Das regt die Fantasie und die Verspieltheit an.
- Die Teilnehmenden lassen ihren imaginären Ballon nun ständig in der Luft schweben – mit jedem beliebigen Körperteil –, während sie gleichzeitig einfache, vom*der Moderator*in gestellte Gruppenaufgaben erledigen: Stell dich drei Personen vor; finde ein gemeinsames Interesse mit jemandem; bewegt euch gemeinsam durch den Raum. Die Herausforderung, den Ballon in der Luft zu halten, sorgt für Verspieltheit und zeigt, wie der Verstand mit konkurrierenden Anforderungen umgeht.
Phase 2 – Die drei Fragen (45–60 Minuten)
Schreib die drei Leitfragen an die Tafel oder auf ein Flipchart:
- Was willst du wirklich?
- Was hält dich davon ab, es zu bekommen?
- Was kannst du dagegen tun?
Erkläre, dass diese Fragen aus der Transaktionsanalyse stammen und als praktisches Hilfsmittel dienen, um Reflexion und Eigeninitiative zu fördern. Sie sind keine Therapieform – die Teilnehmenden sind die Experten für ihre eigenen Antworten.
Die Teilnehmenden sollten ihren imaginären Ballon während der gesamten Übung stets in der Luft schweben lassen.
Anschließend bilden die Teilnehmenden Paare. Sie stellen und beantworten abwechselnd nacheinander jede Frage. Die Person, die die Frage stellt, sollte sie mehrmals wiederholen, bevor die Rollen getauscht werden, damit ihr Partner tiefer in die Materie einsteigen und ehrlicher antworten kann.
Phase 3 – Meditation (15–20 Minuten)
Lade die Teilnehmenden ein, sich bequem hinzusetzen oder hinzulegen. Dimme das Licht, wenn möglich. Führe die Meditation langsam durch, mit langen Pausen zwischen den Sätzen. Nachfolgend findest du einen Vorschlag für einen Ablauf, den*die Moderator*in anpassen kann:
„Such dir eine bequeme Position, entweder sitzend oder stehend, und schließe sanft die Augen oder lass deinen Blick weichen. Atme langsam ein … und aus, richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper und nimm wahr, wie du dich in diesem Moment fühlst, ohne zu versuchen, etwas zu verändern. Stellt euch nun den Ballon vor, den ihr während der Übung in der Hand hattet – seine Farbe, seine Form, wie er sich bewegte. Nehmt wahr, wie es sich angefühlt hat, ihn in der Luft zu halten: die Anstrengung, die Aufmerksamkeit, vielleicht sogar die Ablenkung. Lasst den Ballon langsam näher zu euch kommen und lasst ihn sanft zur Ruhe kommen – ihr müsst ihn nicht mehr in der Luft halten. Atme tief ein. Stell dir nun vor, du lässt den Ballon los und siehst zu, wie er davonschwebt, immer höher und höher, bis er verschwindet. Richte deine Aufmerksamkeit wieder auf deinen Atem, auf deinen Körper und auf den Raum um dich herum. Frag dich sanft: Was willst du wirklich? Du musst keine perfekte Antwort finden – nimm einfach wahr, was in dir auftaucht. Atme noch einmal tief ein … und atme langsam aus. Wenn du bereit bist, öffne sanft deine Augen.“

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Wie hat es sich angefühlt, von der Verspieltheit über das Erkunden hin zur Stille zu gelangen?
- Welche Phase fiel dir am leichtesten? Welche war am schwierigsten? Warum?
- Was ist dir am Ballon aufgefallen – wie hat sich deine Aufmerksamkeit dafür im Laufe der drei Phasen verändert?
- Als dein Partner die Frage zum dritten oder vierten Mal wiederholte, hat sich da etwas in deiner Antwort verändert?
- Wie hat es sich angefühlt, den Ballon in der Meditation loszulassen?
Moderationstipps:
- Respektiere den Ablauf. Kürze Phase 1 nicht ab, um schnell zu Phase 2 überzugehen – das Spiel ist es, was den Raum für die Erkundung sicher macht.
- In Phase 2 ist die Wiederholung jeder Frage entscheidend. Widerstehe der Versuchung, schon bei der ersten Antwort aufzuhören; erst durch die Wiederholung wandelt sich die Antwort von einer gewohnheitsmäßigen zu einer authentischen.
- Schütze den Raum in Phase 2. Die Methode klärt Wünsche; sie ist keine Therapie. Wenn das Thema eines Teilnehmenden schwer wiegt, nimm es kurz zur Kenntnis, bestärke ihn in seiner Eigenständigkeit und fahre behutsam fort.
- Sprich in Phase 3 langsam. Lass Stille zu. Viele Moderator*innen sprechen zu schnell, wenn sie ein Meditationsskript zum ersten Mal vorlesen.
- Die Teilnahme ist in jeder Phase freiwillig. Sich zurückzuziehen ist eine legitime Form der Teilnahme.
- Beende die Meditation pünktlich. Die Meditation ist das Ende, kein Zwischenstopp vor weiterer Aufarbeitung.

Varianten:
- Kurzversion (45–60 Min.): Phase 1 + eine Runde mit den drei Fragen + kürzere Meditation. Eignet sich gut als Ein- oder Ausklang eines längeren Schulungstages.
- Echte Luftballons als Ersatz: Für Teilnehmende, denen es schwerfällt, einen imaginären Gegenstand in der Hand zu halten (sehr junge Teilnehmende, manche Teilnehmende mit kognitiven Beeinträchtigungen), stellst du für Phase 1 echte Luftballons bereit.
- Mehrsprachige Gruppen: Die Partner in Phase 2 können Fragen stellen bzw. antworten in ihrer Muttersprache, wenn das sinnvoll ist.
- Barrierefreiheit: Phase 1 im Sitzen für Teilnehmende, die nicht lange stehen können. Meditation mit offenen oder halb geöffneten Augen für alle, denen es unangenehm ist, die Augen zu schließen. Für Teilnehmende, denen das Wort „Meditation“ unangenehm ist, nenn Phase 3 „geführte Ruhepause“ oder „Körpercheck“.
- Vertiefende Frage: In längeren oder erfahreneren Gruppen füg eine vierte Frage hinzu – „Wer bist du, wenn du hast, was du willst?“ –, um die sich entwickelnde Identität zu erkunden.

Disclaimer:
Auch wenn diese Aktivität keine Therapie ist, kann die Befragung mit den drei Fragen emotional bedeutsames Material ans Licht bringen. Moderator*innen sollten darauf vorbereitet sein, starke Gefühle einfühlsam zu begleiten, Teilnehmende bei Bedarf an weitere Hilfsangebote zu verweisen und absolute Grenzen beim Austausch zu respektieren. Die Teilnahme an jeder Phase muss immer freiwillig bleiben; dränge niemals darauf. Die Methode basiert auf der Transaktionsanalyse als Rahmenkonzept zum Verständnis persönlicher Handlungsfähigkeit – sie ist kein Ersatz für eine Therapie für Teilnehmende, die mit unbewältigten Traumata, akuten psychischen Krisen oder einschneidenden Lebensereignissen leben.
Theatre activities
Nothing found.

Contact
Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.
The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).
Journey to Now — A life map on the floor
Reise ins Jetzt – Eine Lebenskarte auf dem Boden
Die Teilnehmenden sitzen in einem großen, auf dem Boden markierten Kreis und nutzen Naturmaterialien (Steine, Blätter, Zweige, Muscheln), um eine stille visuelle Karte ihres Lebensweges zu erstellen – von der Geburt am äußeren Rand bis zum gegenwärtigen Moment im Zentrum. Anschließend geht jede Person ihren Weg ab und erzählt davon, während die Gruppe zuhört; danach gehen die anderen die Wege der anderen ab.


THEMA
Selbstreflexion und persönlicher Werdegang

SCHWIERIGKEIT
Mittel

GRUPPENGRÖßE
6-24 Teilnehmende

ALTER
16 +

DAUER
90–120 Minuten
Ziele
- Tiefe Selbstreflexion durch visuellen und räumlichen Ausdruck fördern
- Die Teilnehmenden dabei unterstützen, persönliche Erfahrungen jenseits der verbalen Sprache zu teilen
- Empathie entwickeln, indem man die Geschichten anderer miterlebt und sich mit ihnen verbindet
- Nichtverbales Geschichtenerzählen und symbolisches Denken fördern
Material
- Verschiedene Materialien aus der Natur (Blätter, Federn, Zweige, Tannenzapfen, Blumen, Steine usw.)
- Verschiedene Fotos oder Karten mit Bildern
- Klebeband und Schere
Überblick
Die Teilnehmenden sitzen in einem großen, auf dem Boden markierten Kreis und gestalten mit Naturmaterialien eine visuelle Darstellung ihres Lebensweges. Der äußere Rand des Kreises steht für die Geburt, während die Mitte den gegenwärtigen Moment symbolisiert. Anstelle von Worten drücken die Teilnehmenden ihre Gedanken durch Symbole aus, die sie aus Naturmaterialien basteln.
Sobald der Kreis fertig ist, erzählt jede*r Teilnehmende von seinem Lebensweg, indem er seinen Pfad entlanggeht und ihn erklärt. Danach sind alle eingeladen, um den Kreis herumzugehen, um die Lebenswege der anderen zu betrachten und darüber nachzudenken.
Diese Aktivität fördert die Selbstreflexion und regt zum nonverbalen Ausdruck persönlicher Erfahrungen an.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Einführung (10 Min.): Erkläre den Aufbau des Kreises: Der äußere Rand steht für die Geburt, die Mitte für den Punkt, an dem wir gerade stehen. Lade die Teilnehmenden ein, ihr Leben als Reise zu betrachten und wichtige Momente, Wendepunkte und Erlebnisse mit Naturmaterialien darzustellen – ohne Worte. Betone, dass es dabei kein Richtig oder Falsch gibt.
- Die Reise gestalten (25–35 Min.): Die Teilnehmenden markieren mit Naturmaterialien ihre Reise auf ihrem Abschnitt des Kreises. Ermutige sie, in Stille zu arbeiten und die Materialien zu nutzen, um Ereignisse, Gefühle und Übergänge darzustellen. Die Moderator*innen gehen leise umher und spenden Ermutigung, ohne den Inhalt zu lenken.
- Den eigenen Weg teilen (15–20 Min.): Jede*r Teilnehmende verfolgt seinen Weg vom äußeren Rand bis zur Mitte und erzählt kurz, was jedes Symbol für ihn bedeutet. Das Teilen ist freiwillig – die Teilnehmenden können so viel oder so wenig erzählen, wie sie möchten.
- Andere beobachten (10 Min.): Die Teilnehmenden gehen langsam um den gesamten Kreis herum und beobachten schweigend die Wege der anderen. Ermutige sie, dies als einen Moment des Beobachtens und des Respekts zu betrachten.
- Gruppenreflexion (10 Min.): Bringe die Gruppe zu einer kurzen Diskussion darüber zusammen, was ihnen aufgefallen ist, was sie überrascht hat und was sie gerne mitnehmen möchten.

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Wie war es für dich, dein Leben in Bildern statt in Worten darzustellen?
- Was ist dir aufgefallen, als du herumgelaufen bist und die Lebenswege der anderen gesehen hast?
- Gab es Muster oder Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Lebenswegen?
- Was sagt dir dein Lebensweg darüber, wo du gerade stehst?
- Beachte bei der Bewertung, wie intensiv sich die Teilnehmer auf den kreativen Prozess eingelassen haben, wie bereit sie waren, sich mitzuteilen, und wie gut das Zuhören und die gegenseitige Aufmerksamkeit innerhalb der Gruppe waren.
Moderationstipps:
- Schaffe eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre – spiel während der Gestaltungsphase vielleicht leise Instrumentalmusik ein.
- Mach deutlich, dass das Teilen freiwillig ist – niemand soll sich unter Druck gesetzt fühlen, seinen Weg zu erklären.
- Plane zusätzliche Zeit ein, wenn die Teilnehmenden tief in die Aufgabe vertieft sind; diese Aktivität kann länger dauern als erwartet.
- Sei auf emotionale Reaktionen vorbereitet – halte einen ruhigen Raum bereit und sei bereit, Unterstützung anzubieten.

Varianten:
- Für Teilnehmende, denen bildende Kunst schwerfällt, erlaube jede Form der Darstellung: geschriebene Wörter, ausgeschnittene Bilder oder abstrakte Zeichen.
- Bei kürzeren Einheiten reduziere den Kreis auf einzelne Blätter Papier und lass die Runde durch den Raum weg.
- Kann digital mit Zeichen-Apps für Fern- oder Hybrid-Einheiten durchgeführt werden.

Disclaimer:
Diese Aktivität kann tiefe persönliche Erinnerungen und Emotionen hervorrufen. Gehe dabei behutsam vor und stelle sicher, dass die Teilnehmenden wissen, dass sie selbst bestimmen, was sie preisgeben. Sorge dafür, dass während und nach der Einheit emotionale Unterstützung zur Verfügung steht. Dies ist keine therapeutische Übung; sollten sensible Inhalte zur Sprache kommen, sei darauf vorbereitet, diese respektvoll anzuerkennen und die Teilnehmenden bei Bedarf an professionelle Hilfe zu verweisen.
Theatre activities
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Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.
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Sensory Walk — Five minutes outside
Sinnes-Spaziergang – Fünf Minuten draußen
In Zweiergruppen werden den Teilnehmenden die Augen verbunden, während der andere sie fast ganz ohne Worte durch ein sorgfältig zusammengestelltes Sinneserlebnis (Texturen, Geräusche, Gerüche, Temperaturen) führt. Anschließend werden die Rollen getauscht. Die Übung schult Aufmerksamkeit, Vertrauen und eine nicht-visuelle Beziehung zur Umgebung.


THEMA
Sinneswahrnehmung, Vertrauen und kreatives Entdecken

SCHWIERIGKEIT
Anfänger bis Mittel

GRUPPENGRÖßE
6–24 Teilnehmende

ALTER
16 +

DAUER
30–50 Minuten
Ziele
- Die Sinneswahrnehmung durch angeleitete körperliche Erfahrungen fördern
- Vertrauen und nonverbale Kommunikation zwischen den Teilnehmenden aufbauen
- Zur kreativen Interaktion mit der Umgebung anregen
- Erkunden, wie die Einschränkung eines Sinnes die anderen verstärken kann
Material
- Augenbinden (eine pro Paar), verschiedene Texturen, Gegenstände, Geräusche und Düfte, die die Begleitperson anbieten kann, ein offener Raum oder Bereich im Freien, in dem man sich sicher bewegen kann
Überblick
In Zweiergruppen werden den Teilnehmenden die Augenbinden angelegt, während der andere ein geführtes Sinneserlebnis mit Texturen, Geräuschen, Gerüchen und anderen Elementen der Umgebung gestaltet – ohne dabei das Sehen einzubeziehen. Die verbale Kommunikation wird auf ein Minimum reduziert, um eine körperbezogene, nonverbale Interaktion zu fördern. Anschließend werden die Rollen getauscht. Diese Übung, die sich an Methoden des immersiven Theaters orientiert, fördert eine gesteigerte Sinneswahrnehmung und eine kreative, achtsame Beziehung zur Umgebung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Einführung (5 Min.): Erkläre den Ablauf der Übung und betone, wie wichtig die Einwilligung ist: Die Teilnehmenden mit der Augenbinde haben immer die Kontrolle und können jederzeit aufhören. Besprecht, wie man sicher führt – den Partner in einem sanften Tempo bewegen, ihm den Arm oder die Hand zur Unterstützung anbieten und Sinnesreize ohne Erklärung präsentieren.
2. Erste Runde (15 Min.): Teilnehmende*r A hat die Augen verbunden. Teilnehmende*r B führt ihn/sie auf einer langsamen Sinnesreise durch den Raum und bietet Texturen zum Anfassen, Geräusche zum Hören, Düfte zum Riechen und Oberflächen zum Spüren unter den Füßen an. Die Führenden sollten Erklärungen vermeiden – lasst die Sinne sprechen. Nach 10–12 Minuten führst du A sicher zurück zum Ausgangspunkt.
3. Rollentausch (15 Min.): Die Teilnehmenden tauschen die Rollen. Teilnehmende*r B hat nun die Augenbinde auf und Teilnehmende*r A übernimmt die Führung.
4. Austausch und Reflexion (10 Min.): Die Paare tauschen sich kurz über ihre Erfahrungen aus und kommen dann als Gruppe zu einer kurzen Reflexion zusammen.

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Was ist dir aufgefallen, als du nichts sehen konntest? Welche Sinne wurden stärker?
- Wie hat es sich angefühlt, jemandem zu vertrauen, der dich führt?
- Was hast du als Führender erlebt – was wolltest du deinem Partner bieten?
- Was hat diese Übung darüber verraten, wie wir uns normalerweise in der Welt bewegen?
- Achte bei der Bewertung auf die Qualität der nonverbalen Kommunikation zwischen den Paaren, auf Zeichen des Vertrauens und auf die Intensität der sensorischen Wahrnehmung.
Moderationstipps:
- Geh die Strecke vorher selbst ab, um eventuelle Hindernisse oder Gefahren zu erkennen.
- Erinnere die Begleitenden daran: langsamer gehen, geduldig sein und still darauf achten, ob sich ihr Partner wohlfühlt.
- Halte ein paar interessante Texturen und Gegenstände bereit, die du den Teilnehmenden anbieten kannst (Baumrinde, Stoff, glatte Steine, Blätter).
- Geh einfühlsam auf Teilnehmende ein, die unter Angst oder sensorischen Verarbeitungsunterschieden leiden – biete ihnen die Möglichkeit, erst einmal zu beobachten.

Varianten:
- Für Teilnehmende, denen Augenbinden unangenehm sind – darunter auch solche, die Traumata, Freiheitsentzug oder Kontrollverlust erlebt haben – biete klare Alternativen an: die Augen geschlossen halten, die Augen mit den eigenen Händen bedecken oder einfach nach unten auf den Boden schauen. Bestehe niemals auf Augenbinden; die sinnliche Erfahrung ist durch jede dieser Alternativen gleichermaßen gültig.
- Variante im Freien: Führe den Spaziergang in einer natürlichen Umgebung durch – in einem Garten, Park oder Waldgebiet.
- Für Teilnehmende mit Sehbehinderungen richte den Fokus auf andere Sinnesebenen aus, darunter Klanglandschaften und Texturen.

Disclaimer:
Hol dir immer eine klare Einwilligung ein, bevor du einem Teilnehmenden die Augen verbindest. Achte darauf, dass die Umgebung sicher und frei von Gefahren ist. Sei besonders aufmerksam gegenüber Teilnehmenden, die möglicherweise Traumata im Zusammenhang mit Freiheitsentzug oder Kontrollverlust haben; biete jederzeit Alternativen an. Diese Übung beinhaltet körperliche Nähe und Vertrauen – respektiere dabei stets persönliche und kulturelle Grenzen.
Theatre activities
Nothing found.

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Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.
The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).
Sensory Poem — Synaesthesia in six lines
Sinnesgedicht – Synästhesie in sechs Zeilen
Die Teilnehmenden füllen einen kurzen sensorischen Fragebogen aus, der synästhetische Assoziationen weckt – Farben, die nach etwas klingen, Texturen, die eine Erinnerung wecken, Gerüche, die ein Gefühl vermitteln – und verwandeln diese Antworten in ein kurzes Gedicht. Anschließend trägt jeder sein Gedicht von einem markierten Feld auf dem Boden vor und hält dabei Augenkontakt mit dem Publikum, bis der Applaus verstummt.


THEMA
Kreativer Ausdruck, Präsenz und Darbietung

SCHWIERIGKEIT
Fortgeschritten

GRUPPENGRÖßE
8–20 Teilnehmende

ALTER
16 +

DAUER
60–90 Minuten
Ziele
- Kreatives Schreiben und poetischen Ausdruck durch sensorische Assoziationen fördern
- Präsenz, Augenkontakt und körperliche Stille bei der Darbietung üben
- Den Zusammenhang zwischen Sinnen, Sprache und emotionalem Gedächtnis erkunden
- Selbstvertrauen aufbauen, um eigene kreative Werke vor Publikum zu präsentieren
Material
- Fragebögen zur Wahrnehmung (vorab vorbereitet), Stifte, Bodenklebeband oder Marker, um einzelne Felder für die Durchführung abzugrenzen
Überblick
Die Teilnehmenden füllen einen kurzen sensorischen Fragebogen aus, der darauf abzielt, synästhetische Assoziationen hervorzurufen – Farben, die nach etwas klingen, Texturen, die an einen Moment erinnern, Gerüche, die eine Emotion wecken. Aus diesen Antworten als Ausgangsmaterial verfasst jeder Teilnehmende ein kurzes Gedicht. In der Performance-Phase liest jede Person ihr Gedicht von einem bestimmten Feld auf dem Boden vor, hält dabei Blickkontakt mit dem Publikum und bleibt an Ort und Stelle, bis der Applaus verklungen ist. Die Aktivität verbindet kreatives Schreiben mit Performance-Praxis und stärkt so Präsenz, Verletzlichkeit und Ausdruckskraft.
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Einführung (5 Min.): Stell das Konzept der Synästhesie vor – wenn ein Sinn Assoziationen mit einem anderen auslöst (eine Farbe, die wie etwas klingt, ein Geräusch, das eine Textur hat). Erkläre, dass der Fragebogen die Teilnehmer dazu einladen wird, dieses Gebiet zu erkunden.
- Sinnesfragebogen (15 Min.): Verteile den Fragebogen. Beispielfragen: Welche Farbe klingt am lautesten? Welche Textur erinnert dich an eine Erinnerung? Bei welchem Geruch fühlst du dich sicher? Welcher Klang hat eine Farbe? Welche Emotion hat einen Geschmack? Welcher Klang beschreibt deine Kindheit? Die Teilnehmenden antworten frei und schnell – nach dem ersten Instinkt, nicht nach einer Analyse.
- Das Gedicht schreiben (20 Min.): Anhand ihrer Antworten aus dem Fragebogen als Ausgangsmaterial schreiben die Teilnehmenden ein kurzes Gedicht in beliebiger Form – es muss weder reimen noch einer bestimmten Struktur folgen. Es kann so lang oder kurz sein, wie es sich richtig anfühlt. Ermutige sie, sich an die Sinnesbilder zu halten, anstatt sie zu erklären.
- Vorbereitung der Aufführung (5 Min.): Markiere einzelne Quadrate auf dem Boden – eines pro Person. Erkläre, dass jede Person in ihrem Feld stehen bleibt, vor dem Beginn Augenkontakt mit dem Publikum herstellt, ihr Gedicht vorliest und dann regungslos in ihrem Feld verbleibt, bis der Applaus verklungen ist. Die Stille nach dem Gedicht ist Teil der Darbietung.
- Darbietungen (15–25 Min.): Jeder trägt das Gedicht der Reihe nach vor. Der Rest der Gruppe fungiert als Publikum. Die Moderator*innen ermutigen zu aufmerksamem, respektvollem Zuschauen. Nach den Darbietungen folgt eine kurze Gruppendiskussion.

Nachbesprechung und Bewertung:
Fragen zur Reflexion:
- Wie war es, eher aus den Sinnen heraus zu schreiben als aus Ideen oder Argumenten?
- Wie hat es sich angefühlt, vorzusprechen und dabei Augenkontakt mit dem Publikum zu halten?
- Was ist dir an den Gedichten der anderen Teilnehmenden aufgefallen – was hat dich überrascht?
- Was hat die Übung darüber verraten, wie du die Welt mit deinen Sinnen erlebst?
Beobachte zur Auswertung, wie sich die Teilnehmenden auf den Schreibprozess einlassen, wie präsent sie während der Darbietung sind und inwieweit die Gruppe die Fähigkeit hat, einander aufmerksam und respektvoll zuzuhören.
Moderationstipps:
- Bereite den sensorischen Fragebogen im Voraus vor – probier ihn selbst aus, um zu prüfen, ob die Fragen echte Bilder hervorrufen.
- Versichere den Teilnehmenden, dass es hier keine „gute“ oder „schlechte“ Poesie gibt – nur ehrliche Antworten.
- Zeig zuerst selbst, wie das Vortragsformat aussieht: Stell dich in ein Quadrat, nimm Augenkontakt auf, lies vor und bleib danach still stehen.
- Erinnere das Publikum an seine Rolle: aktive, respektvolle und großzügige Aufmerksamkeit.

Variationen:
- Für Teilnehmende mit Sprachbarrieren: Erlaube, dass das Gedicht Wörter aus ihrer Muttersprache enthält oder dass stattdessen Bilder und Zeichnungen verwendet werden.
- Für fortgeschrittenere Gruppen: Probiert doch mal gemeinsame Gedichte aus, die aus je einer Zeile bestehen, die jeder Teilnehmende beisteuert.
- Lässt sich mit der „Storytelling“-Aktivität (sinnliche Erkundung durch Tasten und Riechen) zu einer zweiteiligen Einheit kombinieren.

Disclaimer:
Der Synästhesie-Fragebogen kann persönliche Erinnerungen und Emotionen wecken – das Schreiben und Teilen des Gedichts ist immer freiwillig, und die Teilnehmenden können ihre Arbeit für sich behalten. Die abschließende Darbietung (im Quadrat stehen, Augenkontakt, Stille) ist eine Einladung, keine Verpflichtung: Jede*r Teilnehmende, der*die lieber vom Platz aus vorliest, sich vom Moderator*in vorlesen lässt oder ganz auf die Darbietung verzichtet, nimmt voll und ganz teil. Sprich vor der Darbietungsrunde kurz mit der Gruppe und erinnere sie daran, dass es auch eine Form der Teilnahme ist, anderen aufmerksam zuzusehen.
Theatre activities
Nothing found.

Contact
Iuliana Adriana PAVEL (project manager)
iuliana.pavel@a4action.ro
A4ACTION – Antim Ivireanu Culture House, Islaz Alley, Ghermănești, Snagov, Ilfov District, Romania, 077170
Co-funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the ANPCDEFP. Neither the European Union nor the ANPCDEFP can be held responsible for them.
The project is conducted by the following organisations: A4ACTION (Romania) – coordinator, Udruga Delta (Croatia), InterAktion (Austria), Asociación Espacio Rojo (Spain) and GAIA Museum Outsider Art (Denmark).






